Donnerstag, 29. Juni 2017

[Rezi] Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

~Inhalt~

Immer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet – das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere… (Quelle: Magellan-Verlag)


~Meine Meinung~

Aufgrund der Thematik der Nerds/Geeks auf der Comic Con habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. Ich besuche selbst gerne solche Veranstaltungen, auch wenn ich kein Hardcore-Nerd bin. ;-)
Die vielen Anspielungen/Erwähnungen von bekannten und weniger bekannten Comics und TV-Serien hat mir daher sehr gefallen. Auch kam das besondere Comic Con-Feeling gut rüber.

Inhaltlich handelt es sich jedoch vordergründig um eine relativ typische Liebesgeschichte. Graham und Roxy sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde - bis Graham sich in Roxy verliebt. Doch wie gesteht man dem Mädchen, das ohnehin immer in der Nähe ist, dass man noch mehr möchte? Gefährdet man damit nicht vielleicht die gesamte Freundschaft? Solche Geschichten von Freundschaften, aus denen Liebe wird, findet man häufig und so konnte mich der Aspekt hier wenig überraschen. Auch verläuft die Handlung meistens vorhersehbar und daher leider etwas spannungslos. Erst ab ca. der Hälfte gab es einen Wendepunkt, den ich so nicht ganz erwartet hatte - und nach dem es leider wieder vorhersehbar weiter ging. Einzig das Ende konnte mich noch einmal überraschen, wenn auch nicht vollends zufrieden stellen. Es war zu schnell und einfach gelöst, nachdem vorher alles als riesiges Problem dargestellt wurde.

Auch Grahams Liebe zu Roxy war etwas schwer nachzuvollziehen. Es gab Momente, in denen ich verstehen konnte, was Graham an Roxy toll findet - und dann wieder Momente, in denen sie sich als schlechte Freundin und miese Comic Con-Begleitung herausstellte. Allein wie sie Graham mehr oder weniger links liegen lässt, nur weil ein hübscher Brite vorbei läuft. Ich an Grahams Stelle wäre da sehr enttäuscht von Roxy gewesen und hätte ganz sicher nicht all diese verrückten, übertriebenen Dinge für sie tun wollen.

Das Besondere an der Geschichte, was mich trotzdem immer zum Weiterlesen bewegt hat und das Buch für mich letztlich auch lesenswert gemacht hat, ist tatsächlich alles, was mit der Comic Con zusammen hängt. Plus die liebenswerten, nerdigen Charaktere, die voll darin aufgehen, über ihre Lieblingsserie zu schwärmen. Auch dass Graham und Roxy ihre eigene Comic-Reihe zeichnen und große Pläne damit haben, hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Fazit: Das Comic Con-Feeling mit den nerdigen Charakteren kommt sehr gut rüber und macht Spaß zu lesen. Die Liebesgeschichte war jedoch vorhersehbar und konnte mich nicht vollends überzeugen.

Dienstag, 27. Juni 2017

[Rezi] Phoenix - Tochter der Asche

~Inhalt~
Europa liegt nach einem fehlgeschlagenen Experiment im Jahr 1913 und diversen Kriegen mit Amerika in Trümmern. Mit der Hilfe des damals führenden Wissenschaftlers Nicola Tesla bauten die Saiwalo, eine überirdische Macht, Europa langsam wieder auf. 120 Jahre später erschüttert eine Mordserie Hamburg, die sich niemand erklären kann. Leon, ein Anhänger der Saiwalo und Mitglied der Kontinentalarmee, wird auf die Fälle angesetzt und trifft bei seinen Ermittlungen auf die rätselhafte Tavi. Wer ist sie und wieso ist sie so fest von der Schuld der Saiwalo an den Morden überzeugt? (Quelle: Papierverzierer-Verlag)

~Meine Meinung~
Von Ann-Kathrin Karschnicks Schreibstil konnte ich mich bereits durch ihren Beitrag zur AURORA-Reihe des Papierverzierer-Verlags überzeugen. Sie schreibt bildhaft, flüssig und besonders actionsreiche Szenen bekommt sie äußerst spannend hin! Auch die Art wie sie Geschichten erzählt, gefällt mir sehr gut. Es wird von Beginn an nie alles sofort offengelegt, der Leser wird langsam in die Welt eingeführt, erfährt nach und nach immer mehr. Die Welt baut sich allmählich um die Charaktere herum auf und man fühlt sich als Leser sofort wohl. Die Mischung aus Spannung halten und nicht zu wenig verraten gelingt hervorragend. Auch bei "Phoenix-Tochter der Asche". Dieser erste Teil einer Trilogie ist dabei ein gelungener Mix aus Fantasy, Krimi, Dystopie und "Tesla-Punk" (Subgenre des Steampunk). Die technischen Elemente reihen sich nahtlos zwischen die Fantasy-Wesen ein. Für mich ein bis dahin ganz neuer Genre-Mix.

Die Handlung wechselt zwischen actionreichen und ruhigeren Szenen ab, sodass beim Lesen nie Langweile aufkommt. Dabei bleibt es durchgehend spannend, denn immer wieder erfährt man etwas neues, überraschendes. Worauf die Handlung grob hinaus läuft, wird zwar recht schnell klar, sind die Saiwalo doch eindeutig der größte Feind, aber was genau passieren wird, ist stets unklar. Auch wie die verschiedenen Fantasy-Wesen mit der aktuellen Lage in Europa zusammenhängen, klärt sich nur langsam auf und lässt am Ende gerade genug offen, um für die folgenden zwei Bände noch Überraschungen parat zu haben und neugierig zu machen.

Auch die Charaktere sind gelungen. Man fühlt schnell mit Tavi mit, wohingegen mir Leon sehr lange eher unsympathisch blieb. Da sich die Erzählperspektive zwischen den beiden abwechselt, hat man stets verschiedene Blickwinkel auf die Geschehnisse. Dadurch werden die Gefühle (und teilweise Hintergedanken) der Protagonisten umso deutlicher und Gewissenskonflikte verständlicher. Eine Szene zwischen den beiden fand ich etwas zu plötzlich und in dem Moment unpassend gewählt, aber davon abgesehen machen die beiden eine nachvollziehbare Entwicklung durch.

Auch Nathan, der Schützling von Tavi, wächst einem schnell ans Herz und man hofft die ganze Zeit, dass er aus den Konflikten rausgehalten wird. Die Hexe Katharina ist ebenfalls sympathisch, auch wenn ich es immer etwas störend finde, wenn solche Charaktere absichtlich in Rätseln sprechen, um die Spannung hoch zu halten. Zum Glück kommt die Geschichte aber auch ohne Katharinas "weise Vorhersagen" sehr gut aus und voran.

Fazit: Gelungener Trilogie-Auftakt mit einem spannenden und interessanten Genre-Mix! Ich freue mich auf Band 2 und 3. 

Vielen Dank an den Papierverzierer-Verlag für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Leserunde

Die Phoenix-Trilogie
    Band 1 - Tochter der Asche
    Band 2 - Erbe des Feuers
    Band 3 - Kinder der Glut

Dienstag, 20. Juni 2017

Mein SuB kommt zu Wort #1

Heute mache ich zum ersten Mal bei "Mein SuB kommt zu Wort" von Annas Bücherstapel mit! Ich verfolge die Aktion schon eine ganze Weile, weil ich sie echt witzig finde. Selbst habe ich aber bisher nie mitgemacht, da mein SuB recht klein ist (eBooks nicht mitgezählt). Cindy von Kumos Buchwolke hat mich dann aber letztens darauf aufmerksam gemacht, dass auch andere mit kleinen SuBs mitmachen. Also ist mein SuB heute mal dabei!

Und nun hat er das Wort. ;)

Frage 1: Wie groß/dick bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Ich zähle aktuell 15 Print-Bücher. Bei den eBooks hat meine Besitzerin nicht so den Überblick, da sie erst seit zwei Wochen einen Kindle besitzt, vorher aber über ihr Smartphone und die KindleCloud schon einige eBooks gesammelt und gelesen hat. ;)

Frage 2: Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Die drei neusten Bücher sind die folgenden:


Es kommen nicht so oft neue Bücher dazu, worüber ich ganz froh bin. ;) Und weil meine Besitzerin im Mai umziehen musste, hatte sie kaum Zeit für Bücher...
"The U-Files" ist sogar noch aus dem April!
"Tales from the Shadowhunter Academy" und "Horrorstories" kamen Anfang Juni dazu. Alle drei sind bisher noch ungelesen, aber hoffentlich werden sie bald von mir "befreit". ;)

Frage 3: Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Meine Besitzerin liest schon seit drei Wochen an "Late Eclipses" von Seanan McGuire. Da es auf Englisch ist, braucht sie immer etwas mehr Konzentration zum Lesen als üblich und kommt nicht ganz so schnell voran. Außerdem hat sie zwischendurch für eine Leserunde noch das eBook zu "Phoenix - Tochter der Asche" von Ann-Kathrin Karschnick gelesen. Die Rezension dazu folgt in den nächsten Tagen.

Frage 4: Lieber SuB, bei welchem Buch denkst du, hat dein Besitzer so hohe Erwartungen, dass das Buch deswegen noch ungelesen ist und warum sind die Erwartungen so hoch? (Hype-Buch, Lieblingsautor, Reihenabschluss, etc.)
Das ist eine gute Frage... Generell sind kaum Bücher lange auf mir, aber bisher ungelesen - weil hohe Erwartungen plus sehr dickes Buch zusammenkommen - ist "Die blendende Klinge" von Brent Weeks. Es handelt sich um einem 2. Teil einer Reihe, dessen Teil 1 meine Besitzerin vor ein paar Jahren sehr begeistert hat. Nun ist sie aber besorgt, dem Buch nicht genug Aufmerksamkeit (weil Zeitmangel) schenken zu können und dass der Band vielleicht nicht mit dem ersten mithalten kann. Da die Reihe aber schon 5 Bände hat, sollte sie es wirklich langsam lesen! (Hopp, hopp!)

Montag, 12. Juni 2017

[Rezi] Alice - Follow the white...

~Inhalt~
Alles beginnt mit Bettys Beerdigung, wegen der der Unterricht an Miss Yorks Schule ausfallen muss: Auf einmal stört Zoey die Zeremonie, schießt mehrfach auf den Sarg und verschwindet, als wäre nichts gewesen. Doch wenig später steht Betty aus ihrem Sarg auf und macht sich auf die Suche nach ihrer postmortalen Mörderin. Sie findet Zoey und macht mit ihr kurzen Prozess. Ihre besten Freundinnen Alice und Chloe finden Betty, während sie sich noch über die Leiche beugt. Eigentlich müssten sie Betty verpfeifen, doch schnell beschließen die drei Freundinnen, gemeinsam Hals über Kopf zu flüchten.
Fragen über Fragen bleiben jedoch zurück, wie zum Beispiel, warum Zoey nicht mit echter Munition geschossen hat, die auch Untote zur Strecke bringen kann. Warum ist Betty noch relativ normal, zumindest für eine Untote? Was hat es mit Alice' Spiegelsicht auf sich? Und wohin will sie das verdammt mürrische, weiße Kaninchen mit der Armbrust und dem Welten-Chronografen führen?
Eine rasante Achterbahnfahrt hinein in den Kaninchenbau und durch die Welt zwischen den Märchen, der realen Fiktion, jeder Menge Popkultur und der raffinierten Idee, dass es auch so hätte erzählt werden können, wenn die Erzähler vor ein paar hundert Jahren ein bisschen mehr schwarzen Humor gehabt hätten. (Quelle: Papierverzierer)


~Meine Meinung~

"Alice - Follow the white" ist eine etwas andere "Alice im Wunderland"-Interpretation, die vorwiegend Elemente aus der bekannten Geschichte einpflegt, aber auch viele Märchengestalten auftauchen lässt.
Die Handlung beginnt in der "realen" Welt in einer unbekannten Zeitepoche zu Beginn der Elektrizität. Die drei Protagonistinnen Alice, Betty und Chloe - alle mit besonderen Fähigkeiten und daher an Miss Yorks Schule - gelangen kurz nach Beginn durch den Kaninchenbau hinter Ethan, dem "Spionage-Hasen" hinterher, in das Spiegel-Dämmer-Land, was der Alice-im-Wunderland-Welt entspricht. Es geht darum, das Heilmittel für die "Zombie-Krankheit" zu finden, an der auch Betty erkrankt ist. Auf ihrem Weg gesellt sich der Meisterdieb Garreth zu ihnen und sie gelangen nach etwa der Hälfte des Buches in das Märenland, wo die verschiedenen Märchenelemente untergebracht werden.
Das klingt alles recht verworren? War es leider auch.

Der Beginn des Buches konnte noch überzeugen. Der Einstieg mit dem Tagebucheintrag von Betty, in dem sie berichtet, dass sie Zoeys Gehirn gegessen hat, war unterhaltsam und machte neugierig auf die Handlung. Auch die Flucht ins "Wunderland" und die ungewöhnlichen Gestalten dort sowie das Rästelraten, was es mit der Krankheit auf sich hat und wo das Heilmittel zu finden sein könnte, waren spannend und witzig. Der überaus sarkastische Humor der Story war gut integriert und machte Spaß zu lesen.
Doch sobald es ins Märenland ging, verlor die Handlung für mich sehr an Spannung und Überzeugungskraft. Das Märenland war eigentlich unnötig und der wichtigste Part der Handlung - wie das Heilmittel gefunden wird - wurde praktisch ausgelassen, da Alice nicht dabei war. Dazu muss erwähnt werden, dass "Alice - Follow the white" abwechselnd aus der 3. Person "Alice" und den Tagebucheinträgen von Betty geschrieben ist. Wenn Alice also nicht dabei ist, erfährt man die Handlung nur als Tagebucheintrag. Und leider gefielen mir Bettys Tagebucheinträge überwiegend gar nicht. Sie waren zäh, voller Wiederholungen und Fragen wurden gefühlt 100mal aufgeworfen, aber fast nie beantwortet. Ich habe Bettys Kapitel zum Ende hin nur noch überflogen und trotzdem nicht das Gefühl gehabt, etwas zu verpassen.
Auch sonst wurden Fragen ständig aufgeworfen, sowohl Alice als auch Betty haben ständig darüber schwadroniert, was los ist, was dies soll, was jenes soll. Dadurch ging der Handlungsfluss total verloren. Fragen stellen ist in Ordnung, aber nicht in diesem Ausmaß! Und dann sollten bitte auch irgendwann auf alle Fragen antworten gefunden werden. Stattdessen wurde sehr vieles einfach in den Raum geworfen - was es damit genau auf sich hatte, blieb aber bis zu Ende schleierhaft.

Es erschien leider einfach so, als hätte die Autorin zum Ende hin die Motivation verloren und es nur noch schnell zuende schreiben wollen. Sehr schade, denn der Beginn war wirklich klasse!

Auch die Charaktere hatten Potential. Besonders Chloe mochte ich mit ihrer frechen, vorlauten Art. Sie war für mich die "wahre" Protagonistin. Alice bleibt dagegen blass und hatte überhaupt nichts an sich, was sie interessant gemacht hätte. Ihre Fähigkeit hat sie ihr Leben lang verdrängt und dann kommt sie plötzlich trotzdem total schnell damit klar? Unglaubwürdig. Betty gefiel mir - von ihren zähen Tagebuchtexten abgesehen - auch besser als Alice. Sie ist ein Mädchen der Taten und kommt mit ihrem neuen Dasein erstaunlich gut zurecht. Die Nebencharaktere hatten leider kaum Ecken und Kanten und waren vorwiegend Mittel zum Zweck.

Was noch positiv hervorzuheben ist, ist der bildhafte Schreibstil, der sich sehr flüssig liest.

Fazit: Interessanter Einstieg in eine etwas andere Alice-Geschichte, die leider ab der Hälfte stetig an Spannung verliert.

Mittwoch, 7. Juni 2017

[Rezi] Der Sommer der Schildkröten

~Inhalt~

Catherine lernt die berühmt-berüchtigte Senatorentochter Skye kennen und ist von ihr fasziniert. Doch als ihre beste Freundin Susannah und Skye aufeinandertreffen, ist schnell klar, dass Catherine sich zwischen beiden entscheiden muss. Ergreifend und schön erzählt Nina de Garmont von dem Schmerz des Erwachsenwerdens, von der Zerstörung und Vergebung, die einem großen Verrat folgen. (Quelle: Klappentext)

~Meine Meinung~

Ich stellte mir vor, dass wir selbst nach einer jahre- oder jahrzehntelangen Trennung nie mehr brauchen würden als eine kurze Begrüßung um einander wieder nah zu sein.

Das Buch war ein Spontankauf und ich hatte ehrlich gesagt nicht viel erwartet: eine leichte Sommerlektüre, ohne viel Tiefgang.
Doch "Der Sommer der Schildkröten" hat mich komplett überrascht. Die Geschichte um Catherine und Skye ist alles andere als oberflächlich. Es geht um Freundschaft, Liebe, Verrat, Vergebung. Auch mit ernsten Themen wie Drogen oder Fremdgehen wird authentisch umgegangen. Kein erhobener Zeigefinger, der den Leser pausenlos darauf aufmerksam macht, was man als Teenager (und auch sonst) nicht tun sollte. Stattdessen leben Catherine und Skye ihr junges Leben mit allem, was man ausprobieren kann - auch wenn natürlich nicht alles ungestraft bleibt. 
Besonders Skye ist eine besondere Protagonistin. Sie ist behütet aufgewachsen, war immer die brave Senatorentochter, die nett lächelnd in die Kameras gewunken hat. Doch hinter dieser Fassade ist sie ständig auf der Suche nach einem Sinn, nach Abenteuern. Sie testet ihre Grenzen konsequent aus, scheut auch Opfer nicht. Sie wirkt regelrecht selbstzerstörerisch und hat trotzdem einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Catherines Faszination für Skye war nur allzu gut nachvollziehbar. Und auch, dass andere Freunde von Catherine das anders sehen, teilweise richtiggehend eifersüchtig auf den Einfluss sind, den Skye ausübt.
Catherine lässt sich mitziehen, macht viele von Skyes verrückten Ideen mit und fühlt sich dadurch sowohl frei und stark als auch verloren. Sie weiß, dass nicht alles, was Skye tut, gut enden wird. Doch sich ihrem Einfluss entziehen? Das schafft Catherine kaum.

Neben der Freundschaft zwischen den beiden, die selbstverständlich und innig bleibt, ist ein größeres Thema die Politik. Denn natürlich bleibt nicht unerwähnt, dass Skyes Vater Senator ist. Er nutzt Skyes verrückte Taten des Öfteren, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Es kommt gut rüber, wie wenig eigenständig Politiker handeln können. Dass sie stets im großen Ganzen denken und handeln und Kompromisse eingehen müssen.

Als Politiker muss man immer faule Kompromisse eingehen. Das ganze System ist korrupt, und wenn man es verändern will, muss man Teil des Systems werden und sich auch korrumpieren lassen.

Zwischendrin wurde das Buch kurz etwas langatmig, als es vor allem um Catherines Reittraining und ihren Wunsch, die Meisterschaft zu gewinnen, ging.
Doch das Ende konnte dann noch einmal richtig überzeugen und hat mich sowohl überrascht als auch betrübt zurückgelassen.

Die Endlichkeit - es ist jedes Mal ein Schock, wenn sie einem bewusst wird. Man kann sich nicht daran gewöhnen.

Fazit: Ein Buch, das mich überraschen und überzeugen konnte, obwohl ich es nie erwartet hätte. Man vermisst, genau wie Catherine, Skyes Gegenwart sehr schnell, wenn man das Buch zuklappt.