Dienstag, 20. Juni 2017

Mein SuB kommt zu Wort #1

Heute mache ich zum ersten Mal bei "Mein SuB kommt zu Wort" von Annas Bücherstapel mit! Ich verfolge die Aktion schon eine ganze Weile, weil ich sie echt witzig finde. Selbst habe ich aber bisher nie mitgemacht, da mein SuB recht klein ist (eBooks nicht mitgezählt). Cindy von Kumos Buchwolke hat mich dann aber letztens darauf aufmerksam gemacht, dass auch andere mit kleinen SuBs mitmachen. Also ist mein SuB heute mal dabei!

Und nun hat er das Wort. ;)

Frage 1: Wie groß/dick bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Ich zähle aktuell 15 Print-Bücher. Bei den eBooks hat meine Besitzerin nicht so den Überblick, da sie erst seit zwei Wochen einen Kindle besitzt, vorher aber über ihr Smartphone und die KindleCloud schon einige eBooks gesammelt und gelesen hat. ;)

Frage 2: Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Die drei neusten Bücher sind die folgenden:


Es kommen nicht so oft neue Bücher dazu, worüber ich ganz froh bin. ;) Und weil meine Besitzerin im Mai umziehen musste, hatte sie kaum Zeit für Bücher...
"The U-Files" ist sogar noch aus dem April!
"Tales from the Shadowhunter Academy" und "Horrorstories" kamen Anfang Juni dazu. Alle drei sind bisher noch ungelesen, aber hoffentlich werden sie bald von mir "befreit". ;)

Frage 3: Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Meine Besitzerin liest schon seit drei Wochen an "Late Eclipses" von Seanan McGuire. Da es auf Englisch ist, braucht sie immer etwas mehr Konzentration zum Lesen als üblich und kommt nicht ganz so schnell voran. Außerdem hat sie zwischendurch für eine Leserunde noch das eBook zu "Phoenix - Tochter der Asche" von Ann-Kathrin Karschnick gelesen. Die Rezension dazu folgt in den nächsten Tagen.

Frage 4: Lieber SuB, bei welchem Buch denkst du, hat dein Besitzer so hohe Erwartungen, dass das Buch deswegen noch ungelesen ist und warum sind die Erwartungen so hoch? (Hype-Buch, Lieblingsautor, Reihenabschluss, etc.)
Das ist eine gute Frage... Generell sind kaum Bücher lange auf mir, aber bisher ungelesen - weil hohe Erwartungen plus sehr dickes Buch zusammenkommen - ist "Die blendende Klinge" von Brent Weeks. Es handelt sich um einem 2. Teil einer Reihe, dessen Teil 1 meine Besitzerin vor ein paar Jahren sehr begeistert hat. Nun ist sie aber besorgt, dem Buch nicht genug Aufmerksamkeit (weil Zeitmangel) schenken zu können und dass der Band vielleicht nicht mit dem ersten mithalten kann. Da die Reihe aber schon 5 Bände hat, sollte sie es wirklich langsam lesen! (Hopp, hopp!)

Montag, 12. Juni 2017

[Rezi] Alice - Follow the white...

~Inhalt~
Alles beginnt mit Bettys Beerdigung, wegen der der Unterricht an Miss Yorks Schule ausfallen muss: Auf einmal stört Zoey die Zeremonie, schießt mehrfach auf den Sarg und verschwindet, als wäre nichts gewesen. Doch wenig später steht Betty aus ihrem Sarg auf und macht sich auf die Suche nach ihrer postmortalen Mörderin. Sie findet Zoey und macht mit ihr kurzen Prozess. Ihre besten Freundinnen Alice und Chloe finden Betty, während sie sich noch über die Leiche beugt. Eigentlich müssten sie Betty verpfeifen, doch schnell beschließen die drei Freundinnen, gemeinsam Hals über Kopf zu flüchten.
Fragen über Fragen bleiben jedoch zurück, wie zum Beispiel, warum Zoey nicht mit echter Munition geschossen hat, die auch Untote zur Strecke bringen kann. Warum ist Betty noch relativ normal, zumindest für eine Untote? Was hat es mit Alice' Spiegelsicht auf sich? Und wohin will sie das verdammt mürrische, weiße Kaninchen mit der Armbrust und dem Welten-Chronografen führen?
Eine rasante Achterbahnfahrt hinein in den Kaninchenbau und durch die Welt zwischen den Märchen, der realen Fiktion, jeder Menge Popkultur und der raffinierten Idee, dass es auch so hätte erzählt werden können, wenn die Erzähler vor ein paar hundert Jahren ein bisschen mehr schwarzen Humor gehabt hätten. (Quelle: Papierverzierer)


~Meine Meinung~

"Alice - Follow the white" ist eine etwas andere "Alice im Wunderland"-Interpretation, die vorwiegend Elemente aus der bekannten Geschichte einpflegt, aber auch viele Märchengestalten auftauchen lässt.
Die Handlung beginnt in der "realen" Welt in einer unbekannten Zeitepoche zu Beginn der Elektrizität. Die drei Protagonistinnen Alice, Betty und Chloe - alle mit besonderen Fähigkeiten und daher an Miss Yorks Schule - gelangen kurz nach Beginn durch den Kaninchenbau hinter Ethan, dem "Spionage-Hasen" hinterher, in das Spiegel-Dämmer-Land, was der Alice-im-Wunderland-Welt entspricht. Es geht darum, das Heilmittel für die "Zombie-Krankheit" zu finden, an der auch Betty erkrankt ist. Auf ihrem Weg gesellt sich der Meisterdieb Garreth zu ihnen und sie gelangen nach etwa der Hälfte des Buches in das Märenland, wo die verschiedenen Märchenelemente untergebracht werden.
Das klingt alles recht verworren? War es leider auch.

Der Beginn des Buches konnte noch überzeugen. Der Einstieg mit dem Tagebucheintrag von Betty, in dem sie berichtet, dass sie Zoeys Gehirn gegessen hat, war unterhaltsam und machte neugierig auf die Handlung. Auch die Flucht ins "Wunderland" und die ungewöhnlichen Gestalten dort sowie das Rästelraten, was es mit der Krankheit auf sich hat und wo das Heilmittel zu finden sein könnte, waren spannend und witzig. Der überaus sarkastische Humor der Story war gut integriert und machte Spaß zu lesen.
Doch sobald es ins Märenland ging, verlor die Handlung für mich sehr an Spannung und Überzeugungskraft. Das Märenland war eigentlich unnötig und der wichtigste Part der Handlung - wie das Heilmittel gefunden wird - wurde praktisch ausgelassen, da Alice nicht dabei war. Dazu muss erwähnt werden, dass "Alice - Follow the white" abwechselnd aus der 3. Person "Alice" und den Tagebucheinträgen von Betty geschrieben ist. Wenn Alice also nicht dabei ist, erfährt man die Handlung nur als Tagebucheintrag. Und leider gefielen mir Bettys Tagebucheinträge überwiegend gar nicht. Sie waren zäh, voller Wiederholungen und Fragen wurden gefühlt 100mal aufgeworfen, aber fast nie beantwortet. Ich habe Bettys Kapitel zum Ende hin nur noch überflogen und trotzdem nicht das Gefühl gehabt, etwas zu verpassen.
Auch sonst wurden Fragen ständig aufgeworfen, sowohl Alice als auch Betty haben ständig darüber schwadroniert, was los ist, was dies soll, was jenes soll. Dadurch ging der Handlungsfluss total verloren. Fragen stellen ist in Ordnung, aber nicht in diesem Ausmaß! Und dann sollten bitte auch irgendwann auf alle Fragen antworten gefunden werden. Stattdessen wurde sehr vieles einfach in den Raum geworfen - was es damit genau auf sich hatte, blieb aber bis zu Ende schleierhaft.

Es erschien leider einfach so, als hätte die Autorin zum Ende hin die Motivation verloren und es nur noch schnell zuende schreiben wollen. Sehr schade, denn der Beginn war wirklich klasse!

Auch die Charaktere hatten Potential. Besonders Chloe mochte ich mit ihrer frechen, vorlauten Art. Sie war für mich die "wahre" Protagonistin. Alice bleibt dagegen blass und hatte überhaupt nichts an sich, was sie interessant gemacht hätte. Ihre Fähigkeit hat sie ihr Leben lang verdrängt und dann kommt sie plötzlich trotzdem total schnell damit klar? Unglaubwürdig. Betty gefiel mir - von ihren zähen Tagebuchtexten abgesehen - auch besser als Alice. Sie ist ein Mädchen der Taten und kommt mit ihrem neuen Dasein erstaunlich gut zurecht. Die Nebencharaktere hatten leider kaum Ecken und Kanten und waren vorwiegend Mittel zum Zweck.

Was noch positiv hervorzuheben ist, ist der bildhafte Schreibstil, der sich sehr flüssig liest.

Fazit: Interessanter Einstieg in eine etwas andere Alice-Geschichte, die leider ab der Hälfte stetig an Spannung verliert.

Mittwoch, 7. Juni 2017

[Rezi] Der Sommer der Schildkröten

~Inhalt~

Catherine lernt die berühmt-berüchtigte Senatorentochter Skye kennen und ist von ihr fasziniert. Doch als ihre beste Freundin Susannah und Skye aufeinandertreffen, ist schnell klar, dass Catherine sich zwischen beiden entscheiden muss. Ergreifend und schön erzählt Nina de Garmont von dem Schmerz des Erwachsenwerdens, von der Zerstörung und Vergebung, die einem großen Verrat folgen. (Quelle: Klappentext)

~Meine Meinung~

Ich stellte mir vor, dass wir selbst nach einer jahre- oder jahrzehntelangen Trennung nie mehr brauchen würden als eine kurze Begrüßung um einander wieder nah zu sein.

Das Buch war ein Spontankauf und ich hatte ehrlich gesagt nicht viel erwartet: eine leichte Sommerlektüre, ohne viel Tiefgang.
Doch "Der Sommer der Schildkröten" hat mich komplett überrascht. Die Geschichte um Catherine und Skye ist alles andere als oberflächlich. Es geht um Freundschaft, Liebe, Verrat, Vergebung. Auch mit ernsten Themen wie Drogen oder Fremdgehen wird authentisch umgegangen. Kein erhobener Zeigefinger, der den Leser pausenlos darauf aufmerksam macht, was man als Teenager (und auch sonst) nicht tun sollte. Stattdessen leben Catherine und Skye ihr junges Leben mit allem, was man ausprobieren kann - auch wenn natürlich nicht alles ungestraft bleibt. 
Besonders Skye ist eine besondere Protagonistin. Sie ist behütet aufgewachsen, war immer die brave Senatorentochter, die nett lächelnd in die Kameras gewunken hat. Doch hinter dieser Fassade ist sie ständig auf der Suche nach einem Sinn, nach Abenteuern. Sie testet ihre Grenzen konsequent aus, scheut auch Opfer nicht. Sie wirkt regelrecht selbstzerstörerisch und hat trotzdem einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Catherines Faszination für Skye war nur allzu gut nachvollziehbar. Und auch, dass andere Freunde von Catherine das anders sehen, teilweise richtiggehend eifersüchtig auf den Einfluss sind, den Skye ausübt.
Catherine lässt sich mitziehen, macht viele von Skyes verrückten Ideen mit und fühlt sich dadurch sowohl frei und stark als auch verloren. Sie weiß, dass nicht alles, was Skye tut, gut enden wird. Doch sich ihrem Einfluss entziehen? Das schafft Catherine kaum.

Neben der Freundschaft zwischen den beiden, die selbstverständlich und innig bleibt, ist ein größeres Thema die Politik. Denn natürlich bleibt nicht unerwähnt, dass Skyes Vater Senator ist. Er nutzt Skyes verrückte Taten des Öfteren, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Es kommt gut rüber, wie wenig eigenständig Politiker handeln können. Dass sie stets im großen Ganzen denken und handeln und Kompromisse eingehen müssen.

Als Politiker muss man immer faule Kompromisse eingehen. Das ganze System ist korrupt, und wenn man es verändern will, muss man Teil des Systems werden und sich auch korrumpieren lassen.

Zwischendrin wurde das Buch kurz etwas langatmig, als es vor allem um Catherines Reittraining und ihren Wunsch, die Meisterschaft zu gewinnen, ging.
Doch das Ende konnte dann noch einmal richtig überzeugen und hat mich sowohl überrascht als auch betrübt zurückgelassen.

Die Endlichkeit - es ist jedes Mal ein Schock, wenn sie einem bewusst wird. Man kann sich nicht daran gewöhnen.

Fazit: Ein Buch, das mich überraschen und überzeugen konnte, obwohl ich es nie erwartet hätte. Man vermisst, genau wie Catherine, Skyes Gegenwart sehr schnell, wenn man das Buch zuklappt.

Mittwoch, 31. Mai 2017

[Monatsrückblick] Mai 2017

Seit heute habe ich wieder Internet!!! Und deshalb gibt es direkt meinen kleinen Rückblick auf den Mai. :)

Wegen Umzug, Jobbeginn und allerhand anderer Komplikationen [Smartphone kaputt, noch keine Waschmaschine, Meerschweinchen krank und alte Wohnung noch nicht fertig renoviert plus da gab es in meiner Abwesenheit einen Feueralarm, der sich als Fehlalarm des Rauchmelders herausstellte, aber dazu führt, dass ich bei der Polizei einen neuen Wohnungsschlüssel abholen muss... Wohne jetzt ja so um die Ecke, dass das kein Problem darstellt, überhaupt nicht... -.-""] kam ich so gut wie gar nicht zum Lesen und habe nur 2 Bücher diesen Monat geschafft... :/ Und vermutlich ändert sich das im Juni auch noch nicht so sehr. Dafür ist noch zu viel zu erledigen und ich kann mich aktuell noch nicht richtig darüber freuen, einen neuen Job zu haben (bisher ist er auch nur besser als vorher, aber nicht so gut wie erhofft). Dafür geht zu viel schief. >.> Aber egaaal, ich habe mir vorgenommen weniger zu meckern. :'D


Also dann, meine beiden gelesenen Bücher:




Der Sommer der Schildkröten von Nina de Garmont:

Das Buch war ein Spontankauf im EuroShop, da der Inhalt interessant klang. Ich hatte es bereits im April begonnen und es Anfang Mai beendet. Die Story schwankt in der Spannung ziemlich, konnte mich insgesamt aber überzeugen. Positiv war, dass bei Themen wie Drogen, Verrat oder Fremdgehen nicht mit dem belehrenden Finger gezeigt wurde, sondern es wurde einfach erzählt und wirkte dadurch sehr authentisch. Am Ende kann man sich als Leser anhand der geschilderten Konsequenzen selbst eine Meinung zu den Themen bilden. Ein Buch voller Grauzonen, ohne schwarz und weiß.
[4 Flämmchen - Rezension folgt]









Bezwungen von Teri Terry:

Der Abschlussband der Slated-Trilogie gefiel ganz gut, aber richtig überragend war er auch nicht. Ein besseres Ende als bei manch anderer Trilogie, aber nicht richtig fesselnd. Und zum Ende hin war mir vieles zu halbgar gelöst.
[3,5 Flämmchen - Rezension folgt]






Daneben habe ich zwei Hörbücher, ein eBook und ein Print begonnen. Bei Hörbüchern und eBooks geht es dank kaputtem Smartphone aber erstmal nicht weiter... :(

Samstag, 20. Mai 2017

[Geplauder] Umzug und Co

Hallo ihr Lieben,

mal ein kleines Lebenszeichen von mir. (Ist überhaupt wem aufgefallen, dass es die letzten Tage/Wochen eher ruhig hier war? :'D)

Letztes Wochenende bin ich von Grevesmühlen nach Lehrte umgezogen, wo ich seit Montag im neuen Job arbeite. Bisher ist alles gut, aber nach nur einer Woche ist es schwer zu sagen, ob es so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Vor allem da meine Wohnung noch chaotisch ist (wo waren all die Dinge nur vorher untergebracht???) und ich unter der Woche jeden Abend einiges zu erledigen hatte. Richtig Ruhe hab ich bisher also noch nicht.
Und ich habe erst ab dem 31.05. Internet in der neuen Wohnung (jetzt bin ich grad zu Besuch bei meinen Eltern) und vorher wird nichts neues hier veröffentlicht werden. Ich hatte im ganzen Umzugsstress keine Zeit, irgendwas vorzubereiten und weiß auch jetzt kaum, wo mir der Kopf steht. >.<
Zu allem Überfluss hat mein Smartphone den Geist aufgegeben, sodass ich vorerst wieder altmodisch ohne internetfähiges Handy unterwegs bin... So ganz ohne Internet kommt man sich schon seltsam abgeschottet vor. XD Aber es tut irgendwie auch gut. Nicht immer bei FB herumhängen oder seine Zeit beim Durchstöbern von Instagram verschwenden. (Nur ungünstig ist es, dass ich meine eMails ohne Internet nicht abrufen kann, was gerade bei all den Dingen, die wegen dem Umzug zu regeln sind, nervt.)

Ach ja, und meine alte Wohnung muss ich auch noch zuende renovieren und putzen. Das hatte ich vorher nicht mehr geschafft, weil die Wände einfach mal mega ätzend zu streichen sind. Ich bauchte einen ganzen Farbeimer für ein Zimmer, weil die Tapete so unfassbar schlecht Farbe aufnimmt. :( D.h. ich darf in den nächsten Wochen noch einige Wochenenden zurück nach Grevesmühlen fahren. Darauf hab ich echt so gar keinen Bock. :(

Also, wenn ich endlich wieder dauerhaft Internet habe, gibt es auch wieder Rezensionen (sooo viele stehen aktuell eh nicht an, hatte auch kaum Zeit zum lesen). :)

LG Alica

PS.: Mal random was niedliches zum Angucken. :P
video

Montag, 8. Mai 2017

[Rezi] Cassia & Ky - Die Ankunft (Hörbuch)

~Inhalt~
[Der Klappentext ist nicht korrekt, daher fasse ich hier mal selbst zusammen.]
Um sich der Erhebung anzuschließen, müssen Cassia und Ky sich trennen und in verschiedene Städte gehen. Während Ky zum Piloten ausgebildet wird, arbeitet Cassia für die Archivare. Als sich eine Seuche ausbreitet, nutzt der Steuermann die Chance, sich Erkennen zu geben und die Erhebung offen gegen die Gesellschaft einzusetzen. Wird nun alles besser?

~Meine Meinung~
Der letzte Teil der "Cassia & Ky"-Trilogie wird aus der Sicht von Cassia, Ky und Xander erzählt. Der Sprecher von Xander passt dabei echt gut, wie ich finde, auch wenn er vielleicht etwas zu erwachsen klingt. Über die ersten beiden Teile hinweg hat man sich ja schon eine Stimme für Xander ausgemalt und er kommt bei mir recht nah an meine Vorstellung heran. Auch die Sprecher von Cassia und Ky machen weiter einen guten Job und lassen die Handlung lebendig wirken.

Nachdem Cassia, Ky und Indie am Ende von Teil 2 getrennt wurden, um der Erhebung an unterschiedlichen Orten zu dienen, beginnt auch Teil 3 damit, wie sich jeder auf seine Art nützlich macht. Wobei Ky und Indie schon bald gemeinsam als Piloten arbeiten dürfen, während Cassia für die Archivare als Händler tätig ist. Xander hingegen arbeitet als Arzt, während sich eine Seuche immer weiter ausbreitet.
Und damit wären wir beim Hauptinhalt des Bandes: Die Seuche. Alles dreht sich darum, woher sie stammt, wie man sie heilen kann und was dabei alles schief geht. Während Xander miterlebt, wie immer mehr Personen erkranken, erfahren Cassia, Ky und Indie nur langsam von der Bedrohung und ihrem Ausmaß. Und genau das zieht sich einfach viel zu zäh dahin. Es passiert lange Zeit kaum etwas nennenswertes, weshalb ich für das Hörbuch auch fast ein Jahr gebraucht habe. Die Motivation, weiterzuhören, fehlte einfach zu oft.
Die Erhebung wächst währenddessen und etwa ab 1/3 der Handlung gibt es den ersten "Höhepunkt", bei dem ich dachte, es würde endlich spannender werden. Doch dem war nicht so. Es ging genauso langatmig weiter, obwohl endlich Potential dagewesen wäre, um Spannung reinzubringen.
Ich habe auch irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich dachte, JETZT ist es bald vorbei - nur um noch weitere Stunden vor mir zu haben. Ich habe wirklich selten so oft gehofft, dass das Ende nah ist. Und das bald noch mal etwas großes passiert.
Dennoch habe ich bis zum Schluss durchgehalten und immerhin wurde ich im letzten Viertel noch etwas versöhnt. Die letztendliche Suche nach dem Heilmittel gestaltete sich interessanter und es kamen neue Charaktere dazu, die mehr Farbe reinbrachten. Verrat und Verzweiflung spielten dann auch noch eine Rolle - auch wenn Gefühle insgesamt eher mäßig rüber kamen. Massenhaft Menschen sterben in diesem Teil an der Seuche und vor allem Cassia schweift mit ihren Gedanken immer wieder ab und überlegt lieber, wo sie mehr Kunst und Poesie herbekommt, statt sich wirklich nützlich zu machen.
Auch fehlten leider einige Antworten. Vor allem was Andersland ist hätte mich wirklich interessiert. Existiert es wirklich? Ist dort alles besser? Doch das und vieles anderes wird einfach nicht weiter erläutert.

Fazit: Viel zu langatmig und an sich spannende Wendungen wurden einfach nicht ordentlich umgesetzt. Nur zum Ende hin wurde es etwas besser.

Cassia & Ky-Trilogie
   Band 1 - Die Auswahl [meine Rezension]
   Band 2 - Die Flucht [meine Rezension]
   Band 3 - Die Ankunft

Dienstag, 2. Mai 2017

[Monatsrückblick] April 2017

Der April stand ganz im Zeichen von langersehnter Veränderung! Am 03.04. bekam ich die Zusage für den neuen Job, am 10.04. hatte ich bereits meinen neuen Arbeitsvertrag und das Gespräch mit meinem aktuellen Chef. Er nahm es unerwartet ruhig auf und ignorierte mich danach erstmal einige Tage. :'D Ich war dann an zwei Wochenenden auf Wohnungssuche. Da Ostern dazwischen kam, hatte ich schon Angst, dass ich nicht rechtzeitig zum 15.05. (Arbeitsbeginn) an meinen neuen Wohnort ziehen kann, aber kurzfristig hat dann doch alles geklappt. Am 05.05. bekomme ich nun meinen neuen Mietvertrag und die Schlüssel. :)
Und wo geht es nun hin? Nach Lehrte bei Hannover! (Nicht unbedingt die schönste Ecke Deutschlands, aber immer noch 100mal schöner als Grevesmühlen...)
Da mein Freund zeitgleich seine Masterarbeit fertig schreiben musste, die ich ständig Probe las, war der Monat insgesamt echt stressig... Zum Lesen kam ich entsprechend nicht so oft.

Dennoch habe ich die folgenden 3 Bücher gelesen sowie 1 Hörbuch gehört:






Betörende Dunkelheit von Jeaniene Frost:
Der letzte Band der Reihe rund um Cat und Bones. Ich werde die beiden vermissen. Nur selten schaffen es Vampirgeschichten, mich so zu begeistern, wie dieses Paar es geschafft hat. Für einen Abschlussband war es mehr als gelungen. Viel Spannung, Drama und Action und ein paar Überraschungen.
[4,5 Flämmchen - Rezension folgt]










Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums von Sarvenaz Tash:
Auf das Buch hatte ich mich wegen der Nerd-Thematik sehr gefreut und es hat auch echt Spaß gemacht, es zu lesen und so viele verschiedene Anspielungen auf allerhand Comics und Filme zu finden. Aber irgendwie fehlte der Story das gewisse Etwas, um mich richtig mitzureißen. Das Ende war mir zur Abwechslung auch mal zu realistisch. xD
[4 Flämmchen - Rezension folgt]







...und noch ein Küsschen! von Roald Dahl:
Vor vielen Jahren habe ich "Küsschen, Küsschen", den ersten Band dieser Kurzgeschichtensammlung, gelesen. Vor zwei Jahren habe ich beide Bände dann für wenig Geld auf dem Flohmarkt erstanden und nun endlich den 2. Teil gelesen. Es waren wieder kurze Geschichten, die mal makaber, witzig oder einfach nur unterhaltsam Abgründe menschlicher Moralvorstellungen aufzeigten. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen (wie es bei Kurzgeschichtensammlungen meistens der Fall ist ;) ), aber insgesamt habe ich die kurze Lektüre sehr genossen.
[4 Flämmchen - ohne Rezension]



Planetenwanderer von George R.R. Martin (Hörbuch, begonnen März):
Zu dem Buch spalten sich die Meinungen und ich war unsicher, ob ich es überhaupt hören soll. Doch Aleshanees Meinung hat mich dann doch umgestimmt. Und es hat echt Spaß gemacht, die Episoden aus Tufs Leben mitzuverfolgen. Viele haben bemängelt, dass dieser ein zu anstrengender Charakter sei, aber ich fand ihn witzig (wenn auch sehr speziell) und seine Liebe zu Katzen sehr toll! Da es sich um einen Episoden-Roman handelt, fehlte ein wenig der Rote Faden und das Ende war recht offen und unbefriedigend. Wer jedoch nichts gegen Episoden-Romane und Sci-Fi hat, sollte mal reinlesen/-hören - die meisten Episoden waren echt spannend und interessant. :)
[4 Flämmchen - Rezension]

Dienstag, 25. April 2017

[Rezi] Planetenwanderer (Hörbuch)

~Inhalt~

Die Menschheit hat sich in den unendlichen Weiten des Weltalls ausgebreitet. Überall sind neue Siedlungen entstanden, und jede Welt birgt neue Gefahren. Als der interplanetarische Händler Haviland Tuf eines der letzten Saatschiffe der Erde erwirbt, beginnt seine Odyssee quer durch den Weltraum. Eine Odyssee, auf der Haviland Tuf vom einfachen Händler zum gefeierten Retter der Menschheit wird... (Quelle: Klappentext)


~Meine Meinung~
Von George R. R. Martin erwartet man aufgrund der grandiosen Reihe "Das Lied von Eis und Feuer" (Game of Thrones) natürlich großes. "Planetenwanderer" erschien 1985 und damit knapp 10 Jahre vor dem ersten Band "Das Lied von Eis und Feuer". Angesiedelt ist es im Sci-Fi-Genre und als Episodenroman angelegt, d.h. die einzelnen Geschichten hängen nur lose zusammen. Sie erschienen ursprünglich als Kurzgeschichten zwischen 1976 und 1985.

Protagonist ist der exzentrische Haviland Tuf. Einen solch speziellen, merkwürdigen Hauptcharakter habe ich noch in keinem Buch erlebt. Er weicht sowohl äußerlich (blass, dicker Bauch, sehr groß) und charakterlich von der "Norm" ab. Seine Persönlichkeit ist eigenbrötlerisch, manchmal zu ehrlich, er gibt sein Wissen gerne wieder, redet etwas gestelzt, kommentiert auch als Scherz gemeinte Aussagen sehr ernsthaft und hat ein großes Gerechtigkeitsempfinden. Darüber hinaus liebt er Katzen und wird es nicht leid, zu erwähnen, was für besondere Wesen diese sind. Überhaupt spielen seine Katzen eine relativ große Rolle in dem Buch - man sollte diese wundervollen Tiere also mögen, wenn man vor hat, "Planetenwanderer" zu lesen. Bei Haviland Tuf schwankte ich stets zwischen mögen und nicht-mögen. Manches mal ging er mit mit seiner Art auf den Keks und besonders zum Ende des Romans hin wurde er immer überheblicher, was seine Arbeit angeht. Die Verweise auf die Bibel, die immer wieder auftauchen, sind bewusst gewählt und spiegeln die Entwicklung Tufs durch seine wachsende Macht wider.

Nebencharaktere gibt es viele, jedoch so gut wie niemanden, der eine längere Rolle spielt. Auf den verschiedenen Planeten trifft Tuf auf immer neue Personen, die sich um Hilfe suchend an ihn wenden. Einzig der Planet Sudlam wird mehrmals besucht und bekommt drei Episoden innerhalb des Romans. Dort trifft Tuf auf die Hafenmeisterin Tolly Mune, die Tuf einige Male ordentlich die Meinung sagt. Sie war mir insgesamt sympathischer als Tuf, da ihr Volk ihr sehr am Herzen liegt und sie es immer wieder schafft, sich und Tuf aus anbahnenden Komplikationen zu retten.

Inhaltlich gefiel mir nicht jede der Episoden gleich gut und auch das Ende war nicht restlos zufriedenstellend. Da merkte man deutlich, dass weitere Episoden möglich wären.
Durch die Probleme, die die Planeten haben, und die Tuf mittels Ökologie zu lösen weiß, wurde es aber nie langweilig. Es war jedes Mal aufs Neue spannend, was Tuf sich ausdenkt, um den Planeten zu helfen. Sei es nun um eine drohende Hungersnot wegen Überbevölkerung abzuwenden oder bösartige Krakenmonster zu vernichten. Martins Ideenreichtum kennt hier keine Grenzen und schafft ein Universum, das man während der Handlung immer besser kennenlernt. Geschickt werden geschichtliche Hintergründe und unterschiedliche Gesellschaftsformen eingebaut. Tufs Macht über die Arche, ein 1000 Jahre altes Saatgutschiff der Erde, welches er in der 1. Episode an sich bringt, wächst von Aufgabe zu Aufgabe, bis Tuf am Ende ein etwas zu übersteigertes Ego aufweist. Thematisch werden in "Planetenwanderer" immer wieder Punkte angesprochen, die trotz dem Alter des Buches nicht an Aktualität eingebüßt haben.

Ich habe "Planetenwanderer" als Hörbuch gehört und fühlte mich bestens und kurzweilig unterhalten. Mit knapp 16 Stunden kein schnelles Vergnügen, aber Reinhard Kuhnert macht einen hervorragenden Job. Seine Stimme hat es geschafft, sowohl Tufs merkwürdige Art als auch die Planeten und anderen Charaktere lebhaft wiederzugeben. Auch den scharfen, trockenen Humor Tufs hat er gekonnt getroffen. Für mich eine richtig gut passende Besetzung!

Fazit: Haviland Tuf wird nicht jedem gefallen und auch die Form des Episodenromans mit locker zusammenhängenden Geschichten sollte man mögen. Dann erwartet einen jedoch ein spannendes, thematisch stets aktuelles Weltraumabenteuer.


Donnerstag, 20. April 2017

[Rezi] Marienkäfertage

~Inhalt~
Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen. (Quelle: Amazon)

~Meine Meinung~
Der Magellan-Verlag ist für besondere Jugendbücher bekannt, die mir bisher immer gut gefallen haben. Sie greifen häufig ungewöhnliche, ernste Themen auf, in denen die Liebe manches Mal nur eine Nebenrolle spielt.
Die Inhaltsangabe lässt vermuten, worum es in "Marienkäfertage" geht - ein Thema, welches ebenfalls selten thematisiert wird. Dennoch möchte ich nicht zu viel verraten, da Elin selbst erst nach und nach davon spricht und sich die Geschichte um diese Sache herum aufbaut.

Die Handlung verläuft dadurch etwas zäh. Der Leser weiß recht schnell, was los ist, Elin redet jedoch lange drum herum und schafft es auch später kaum, einen vernünftigen, klaren Gedanken dazu zu fassen. Ich kann verstehen, dass Elin anfangs erschrocken und verunsichert ist, aber sie soll 16 Jahre alt sein. Durch ihre unreifen Gedanken (oder Nicht-Gedanken) wirkt sie jedoch eher wie 12. Ich war jedenfalls sehr verwundert, als erwähnt wurde, wie alt Elin ist. (Und hatte mich vorher schon gewundert, wieso sie bereits Alkohol trinkt und mit Freunden die Nacht durchfeiert.) Sie reflektiert kaum und verkriecht sich in ihrer "Marienkäferwelt". Obwohl sie so schockiert und verletzt ist, dass sie von Zuhause abhaut, um in Ruhe nachdenken zu können, weigert sie sich, irgendwen auf die Sache anzusprechen. Irgendwie passte das alles nicht für mich zusammen, denn gleichzeitig sehnt Elin sich nach der Vergangenheit und nach Antworten, die sie teilweise auch sehr aktiv im Laufe der Handlung sucht. Ihr ständiger Wechsel zwischen "Ich will Antworten" und "Das ist mir alles zu viel, lasst mich bloß in Ruhe" war anstrengend. Auch die Art, wie sie andere vor den Kopf stößt und kaum ein Wort sagt, machte sie nicht sympathisch. Leider wurde ich durch Elins kindisches Verhalten auch zum Ende nicht mit ihr warm.
Die weitere Charaktere bleiben ebenfalls eher blass und auch zu ihnen konnte ich keine Verbindung aufbauen.

Am Ende werden die meisten Fragen noch aufgelöst, jedoch fand ich ein paar Punkte nicht logisch genug, auf die ich wegen Spoilergefahr nicht eingehen werde. 
Dabei regt das Thema von "Marienkäfertage" durchaus zum Nachdenken an und es wird öfter die Frage gestellt, was eine Person ausmacht, woran man erkennt, wer man wirklich ist. Das sind definitiv interessante, spannende Fragen.

Positiv zu nennen ist zudem das Setting. Sommer in Dänemark, mit Wald und See in der Nähe. Ich hatte beim Lesen oft den Duft von Nadelwäldern und Sonnenschein in der Nase. Da bekommt man richtig Lust, mal wieder den Sommer dort zu verbringen. 
Auch der Schreibstil ist schön zu lesen. Sehr melancholisch, lyrisch und zum Nachdenken anregend.

Fazit: An sich interessanter, eher selten thematisierter Inhalt, aber leider mit einer kindischen, unsympathischen Protagonistin, in die ich mich kaum hineindenken konnte, und einer zähen Erzählweise. Dank des Settings und des Schreibstils hatte ich dennoch Spaß beim Lesen. Das Thema regt zudem zum Nachdenken an.



Mittwoch, 19. April 2017

[Rezi] Nur einen Klick entfernt

~Inhalt~
Der junge Programmierer Tom glaubt, am Tiefpunkt seines Lebens angekommen zu sein, als er an Silvester in einem Erotik-Chatroom landet. Dabei braucht er gerade einfach nur jemanden zum Reden.
Auch Luna könnte sich etwas Besseres vorstellen, als die Neujahrsnacht damit zu verbringen, sich vor ihrer Webcam und einem völlig Fremden auszuziehen. Niemals hätte sie geahnt, dass ein missglückter Flirt zwischen ihr und Tom zu einem monatelangen E-Mail-Wechsel führen könnte! Die zwei schreiben einander bald jeden Tag - mal lustig, mal nachdenklich und mit immer mehr Herzklopfen zwischen den Zeilen. Doch Tom hat ein Geheimnis, das ein Happy End für ihn und Luna so gut wie unmöglich macht. Oder ist die große Liebe wirklich nur einen Klick entfernt...? (Quelle: Amazon)

~Meine Meinung~
Kira Gembri gehört durch ihre wunderschönen Geschichten mit dem perfekten Mix aus Humor und ernsten Themen mittlerweile zu meinen Lieblingsautoren. Und so "musste" auch "Nur einen Klick entfernt" bei mir einziehen. 
Die Geschichte von Tom und Luna wird komplett anhand von eMails (und zu Beginn als Chat) dargestellt, in denen die beiden sich Nachrichten schicken und so nach und nach immer mehr von einander erfahren.
Wer selbst schon einmal eine eMail-Freundschaft hatte, weiß sicher, wie viel einfacher es ist, virtuell über sein Leben und seine Probleme zu schreiben. Da erwähnt man doch schneller mal Dinge, die man in einem persönlichen Gespräch mit einem Bekannten/Fremden nicht aussprechen würde. Und so geht es auch Tom und Luna. Was als lockere "Lass uns einfach über Gott und die Welt schreiben"-Freundschaft beginnt, driftet immer wieder zu persönlichen Themen ab. Langsam erfährt man dadurch immer mehr über die Probleme, die die beiden im Leben haben, und wie sie sich gegenseitig bei der Lösung dieser helfen wollen.
Ich hatte anfangs erwartet, dass die Charaktere aufgrund der Form des Buches eher oberflächlich bleiben würden, aber Kira Gembri schafft es mit wenigen Worten zwei wirklich sympathische, authentische und individuellen Persönlichkeiten zu entwickeln, mit denen man schnell mitfiebert und mitleidet. Ich konnte das Buch jedenfalls kaum aus der Hand legen und war doch etwas enttäuscht, als es so schnell vorbei war.
Überhaupt sind die witzigen, manchmal auch ernsten "Dialoge" zwischen den beiden mehr als unterhaltsam, charmant und scharfsinnig. Beide Charaktere wissen mit Worten umzugehen und so entstehen lesenswerte eMails weit ab von z.B. typischen platten Facebook-Nachrichten. ;-)
Und hinter allen die sehr aktuelle Thematik der sozialen Netzwerke. Dass sich immer mehr Menschen hinter ihren Smartphones und Computern verstecken und lieber virtuell kommunizieren statt vor die Haustür zu gehen und reale Gespräche zu führen. Und dass man trotzdem einsam bleibt.

Fazit: Absolut lesenswert und durch die Thematik sehr aktuell.

Mittwoch, 12. April 2017

[Rezi] Nachtmahr - October Daye #3

~Inhalt~
Unter den Feen von San Francisco ist er ein vertrauter Schrecken: der Blinde Michael, der mit seiner Schar in Vollmondnächten über die Hügel von Berkley fegt und Kinder raubt. Bisher hatte sich October Daye keine Gedanken darum gemacht, hat sie doch ganz alltägliche Sorgen, die sie beschäftigen. Aber als die Kinder ihrer Freundin Stacy plötzlich verschwinden, muss sich Toby mit dem Nachtmahr von Faerie auseinandersetzen... (Quelle: Amazon)

~Meine Meinung~
Die "October Daye"-Reihe gehörte schon nach zwei Bänden zu meinen Lieblingen. Das Worldsetting ist einfach wunderbar detailliert und durchdacht entworfen und man entdeckt in jedem Band etwas neues. Die vielen Mythen fließen nahtlos in die Handlung ein und man bekommt richtig Lust, sich die Grundlagen anzulesen. Mit Toby haben wir zudem eine starke, sarkastische Protagonistin, die aber auch mal an ihre Grenzen stößt. Mir sind sie und die anderen Charaktere total sympathisch und ich freue mich jedesmal, wenn wieder ein schon bekannter Charakter auftaucht, um Toby bei ihren Aufgaben zu helfen. Und auch neue Charaktere wachsen einem irgendwie schnell ans Herz. Nicht einmal Blind Michael, der nun wirklich fiese Dinge mit den armen Kindern tut, konnte man am Ende des Bandes noch so richtig böse sein. Und genau das ist ein weiterer Pluspunkt: Es gibt kein Schwarz und Weiß - was auch richtig gut zu dem Wesen von Feen und anderen mythischen Wesen passt.

Auch der 3. Band fing vielversprechend an und war in der ersten Hälfte sehr spannend. Blind Michaels Reich und seine Wilde Jagd waren etwas düsteres, neues, das wirklich bedrückend beschrieben wurde. Ich war wirklich richtig gefesselt und konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Der bildhafte Erzählstil tut da sein übriges.
Jedoch wiederholte sich die Handlung nach der Hälfte etwas zu sehr. Insgesamt geht Toby in dem Band dreimal in Blind Michaels Reich und irgendwie gelingt es ihr natürlich immer, da wieder rauszukommen - mal besser, mal schlechter. Und immer hat sie dabei Hilfe, besonders von der Luidaeg. Dass die beiden mittlerweile auf eine merkwürdige Art befreundet sind, finde ich gut, aber dass sich alles irgendwie mit deren Hilfe regeln lässt, ist etwas einfallslos.

Davon abgesehen liebe ich die Geschichten rund um October "Toby" Daye aber weiterhin und freue mich darauf, die Reihe auf Englisch weiter zu lesen. Leider wurde sie nach Band 3 nicht weiter ins Deutsche übersetzt.

Die "October Daye"-Reihe
    Band 1 - Winterfluch (meine Rezension)
    Band 2 - Nebelbann (meine Rezension)
    Band 3 - Nachtmahr
weitere Bände nur auf Englisch
    Band 4 - Late Eclipses
    Band 5 - One Salt Sea 
    Band 6 - Ashes of Honor
    Band 7 - Chimes at Midnight
    Band 8 - The Winter Long
    Band 9 - A Red-Rose Chain
    Band 10 - Once Broken Faith
    Band 11 - The Brightest Fell (noch nicht erschienen)
    Band 12 - Night and Silence (noch nicht erschienen)
    Band 13 - The Unkindest Tide (noch nicht erschienen)

Dienstag, 11. April 2017

[Rezi] Was ich dich träumen lasse

~Inhalt~
Ich hätte nichts dagegen, immer mit dir alleine zu sein. 
Wir würden uns auf die Nerven gehen. Stell dir vor, du wärst die einzige, der ich Witze erzählen könnte. Du würdest sie alle abkriegen. 
Das wäre mir egal. Wenn nur wir auf der Welt wären, wäre alles einfacher. Überschaubarer. Du reichst mir.

Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.

Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten. 
Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen. (Quelle: Amazon)

~Meine Meinung~
"Was ich dich träumen lasse" ist eine traurige, nahe gehende Geschichte, die aber die Hoffnung nicht aus den Augen verliert. Genau wie Elena glaubt man als Leser nicht, dass Rico sterben könnte und wartet die ganze Zeit darauf, dass er aufwacht. Als Elena die Liste findet, was Rico in seinem Leben noch machen wollte, geht man irgendwie auch davon aus, dass er aufwacht, sobald Elena die Aufgaben erledigt hat. Umso gespannter verfolgt man, was Elena sich einfallen lässt, um auch die scheinbar ohne Rico nicht machbaren Punkte umzusetzen.

Besonders berührend sind die Rückblenden, die Ausschnitte aus der Beziehung zwischen Elena und Rico zeigen und durch die Erzählart in Dialogen sehr persönlich wirken. Es ist erstaunlich, über was die beiden in einem Jahr Beziehung gesprochen haben, was sie schon alles erlebt und geplant haben. Man glaubt sofort, dass die beiden für einander bestimmt sind und "Bis an ihr Lebens Ende" zusammen bleiben werden. Da sollten sich viele Paare mal eine Scheibe von abschneiden. ;)

Die Charaktere lernt man gerade durch die Rückblenden und Elenas Erinnerungen immer besser kennen. Obwohl das Buch relativ kurz ist, fühlt man sich schon nach kurzer Zeit mit ihnen verbunden und hat lebhafte Bilder von ihnen vor Augen.
Rico ist stets der fröhliche, lächelnde Junge, den alle mögen, während Elena eher schlecht gelaunt und abweisend erscheint. Doch Rico findet trotzdem einen Weg in ihr Herz. Auch nachdem Rico ins Koma fällt, bleibt Elena gefasst und lässt Angst und Sorgen nicht zu dicht an sich heran. Sie schaut vorwärts und gibt alles, um Rico zurückzuholen. Dadurch wirkt sie anfangs gefühlskalt, doch man merkt schnell, dass sie vielmehr unter Schock zu stehen scheint.

Zum Ende möchte ich nicht viel sagen, das würde nur spoilern. Aber ich war nach dem Lesen sowohl aufgewühlt als auch seltsam ernüchtert.
Ich weiß auf jeden Fall, warum ich so eine Liste noch nie geschrieben habe, obwohl ich es mir schon öfter überlegt hatte. Und hoffentlich komme ich niemals in so eine Situation.

Fazit: Wunderschöne, gefühlvolle Geschichte, die ganz besonders und nahe gehend geschrieben ist.

Dienstag, 4. April 2017

[Gemeinsam lesen] #38 - Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums


"Gemeinsam lesen" ist eine Aktion von Schlunzenbücher, die ursprünglich von Asaviels Bücherallerlei begonnen wurde. Ab heute mit neuem Logo. :)

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


Ich lese aktuell "Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" von Sarvenaz Tash und bin auf Seite 182 von 299.
Immer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet – das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere… (Quelle: Magellan)
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Noch einmal."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Auf das Buch hatte ich mich sehr gefreut, da es von waschechten Nerds handelt und auf einer Comic Con spielt. Anspielungen und Erwähnungen von allen nur erdenklichen Comic-Helden sind also am laufenden Band zu finden. Ich mag sowas total. :D (Bin ja selbst ein kleiner Nerd, aber nicht so sehr wie Graham und Roxy. ;)) Die Geschichte ist auch bisher sehr niedlich und witzig, aber nicht so außergewöhnlich wie ich erwartet hatte.

4. Auf welche Neuerscheinung/en 2017 freust du dich besonders?

Irgendwie hatte ich die Frage vor Kurzem schon mal irgendwo. xD Jedenfalls achte ich nicht so sehr auf Neuerscheinungen, weshalb ich keine Ahnung habe, was dieses Jahr so alles erscheint. Dementsprechend freue ich mich auch auf nichts besonders. Es gibt noch so viele bereits erschienene Bücher, die ich lesen möchte, da müssen Neuerscheinungen nicht unbedingt dabei sein. ;)


LG Alica

Montag, 3. April 2017

[Monatsrückblick] März 2017

Im März wollte ich eigentlich zur LBM, aber kurzfristig wurden meine Pläne über den Haufen geworfen... Ich wurde nämlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Bisher habe ich aber keine Antwort bekommen, weil sie erst noch andere Bewerber haben... >.> Davor war ich 2 Wochen krank - die Grippe hatte mich umgehauen. :( Leider kam ich in der Zeit kaum zu lesen, konnte ich mich doch auf nichts richtig konzentrieren. (Dafür habe ich aber trotzdem relativ viel geschafft. :O) Der Monat war lesetechnisch auch sehr durchmischt. Meine Neuzugänge habe ich teilweise schon gelesen, daher stelle ich sie hier mal nicht extra vor. Außerdem ist der Beitrag so schon recht lang. :P

Ich habe im März die folgenden Bücher gelesen (6 beendet, 2 abgebrochen):


"Die verborgene Seite des Mondes" von Antje Babendererde:
War ein Spontankauf letzten Dezember in einem Antiquariat für sehr wenig Geld, habe es vor allem wegen des hübschen Covers gekauft und weil der Inhalt emotional und mitreißend klang. Leider stellte es sich als sehr zäh heraus. Es passierte kaum etwas nennenswertes und Julias Trauer um ihren verstorbenen Vater kam nicht gut rüber. Sie wirkte viel zu gefasst und nimmt das Leben am anderen Ende der Welt irgendwo im Nirgendwo, ohne fließend Wasser usw viel zu schnell hin. Und dann die Anziehung auf den ersten Blick zwischen ihr und Simon... Mir war das alles zu oberflächlich. Einzig über die Indianer und ihre Lebensumstände erfährt man viel interessantes (was ich aber überwiegend auch schon wusste). Nach 180 Seiten habe ich schließlich abgebrochen. Das war einfach nichts für mich.
[2 Flämmchen - ohne Rezension]





"Nachtmahr" von Seanan McGuire:
Der 3. Band der "October Daye"-Reihe. Die erste Hälfte hat mir unglaublich gut gefallen und auch der Rest hatte seine sehr guten Momente, aber leider war die Umsetzung nicht ganz perfekt gelungen. Es war etwas zu viel hin und her zwischen Blind Michaels Reich und der realen Welt. Und gefühlt tauchte jeder Charakter ständig unerwartet nochmal auf. Dennoch weiterhin eine meiner liebsten Reihen, die ich hiernach auf Englisch weiter lesen werden, da sie leider nicht weiter übersetzt wurde...
[4 Flämmchen - Rezension]








"Drachenfeind" von Naomi Novik:
Der 8. Band der Reihe und der vorletzte. Nachdem Band 6 und 7 eher mittelmäßig waren, konnte Band 8 endlich wieder überzeugen und war richtig spannend! Jetzt muss ich mich aber eine Weile gedulden, bis der Abschlussband in meiner Ausgabe erscheint.
[4,5 Flämmchen - ohne Rezension]










"Nur einen Klick entfernt" von Kira Gembri:
Ein Roman, der hauptsächlich aus eMails besteht. Definitiv mal etwas anderes und dank Kiras Humor super unterhaltsam, aber auch wieder mit ernsten Tönen. Durch den eMail-Stil wirkt die Handlung sehr viel persönlicher, als die meisten Romane. Ich habe das Buch in 1,5 Tagen verschlungen - das heißt bei mir schon was. ;)
[5 Flämmchen - Rezension]











"Marienkäfertage" von Uticha Marmon:
Ein Buch aus dem Magellan-Verlag, die immer etwas besonderes sind. Daher habe ich von "Marienkäfertage" auch wieder recht viel erwartet - wohl zu viel. Denn die Geschichte plätschert dahin und zog sich trotz des geringen Umfangs. Und Elin bzw. Lykke war mir leider recht unsympathisch. :/
[3 Flämmchen - Rezension]








"Interview mit einem Vampir" von Anne Rice:
Ich mag die Verfilmung sehr gerne und hatte schon länger vor, das Buch zu lesen. Nun kam ich dazu und naja. Ich habe es nach 70 Seiten abgebrochen. Für meinen Geschmack wurde zu oft erwähnt, wie schön die Vampire sind und wie übernatürlich und anziehend und über allem hing eine erotische Stimmung. Das war für mich zu schwer zu ertragen. Vor allem weil Lestat auch so krass unsympathisch war. Obwohl die Handlung an sich interessant gemacht ist und der "Verlust des Lebens" und die Unsterblichkeit gut thematisiert werden. Ich bewerte hier mal nicht, es ist ganz einfach nicht mein Geschmack gewesen.








"Vita" von Felix A. Münter:
Das eBook habe ich für die Papierverzierer-Challenge schon im Februar begonnen, aber mit eBooks komme ich immer so langsam voran, weil ich ja immer noch keinen eBook-Reader besitze. >.> Es war mein erstes Buch aus dem Steampunk-Genre und hat mir gut gefallen!
[4 Flämmchen - Rezension]












"Aurora - Morgana (1.3) - Königin der Illusion" von Stephanie Linnhe:
Erneut eine Abschlussepisode der AURORA-Heldinnen aus dem Papierverzierer-Verlag. Hier kam mir die besondere Fähigkeit von Svea etwas zu kurz und es hatte ein paar kleine Längen, dennoch ein spannendes und unerwartetes Finale, das gespannt aus mehr macht.
[4 Flämmchen - Rezension]

[Rezi] Aurora - Morgana (1.3) - Königin der Illusion

~Inhalt~
Das Netz der Forschungseinrichtung Labryd zieht sich immer enger um Morgana zusammen: Ihr Bruder verschwindet und taucht in ihren Träumen auf – mit einer Botschaft, die sie nicht deuten kann. Zusammen mit ihren Freunden Red und Mory flüchtet sie an den nördlichen Rand der Stadt. Doch schon bald stellt sie fest, dass sie keine andere Wahl hat, als ihren Verfolgern ein letztes Mal gegenüber zutreten. 
Aber wie soll man einen Feind besiegen, der den größten Trumpf aus dem Ärmel zieht, den man sich vorstellen kann? Wie soll man ein Spiel gewinnen, dessen Figuren sich im Nebel verbergen – besonders, wenn man nicht weiß, auf welcher Seite sie wirklich stehen? (Quelle: Papierverzierer)

~Meine Meinung~
Im letzten Aurora-Teil zur Heldin Morgana geht es noch einmal spannend zur Sache. Da Svea auf der Flucht ist und ungewiss ist, wie und wo sie gefunden werden kann, steht sie stets unter Strom. Die Unsicherheit wird auch dem Leser deutlich und man fiebert mit, ob Svea, Red und Mory eine Lösung finden werden, um in Sicherheit zu sein. Überhaupt sind die Charaktere sehr sympathisch und vor allem der sehr spezielle Mory wächst einem irgendwie ans Herz.

Daneben bekommt man immer wieder Einblicke in die "böse" Seite, das Labyrd-Labor und dort vor allem zu den Plänen, die Mella und Jethro haben, um Svea endlich zu fassen.
Mir gefällt der Perspektivenwechsel schon seit dem ersten Morgana-Teil sehr gut, da man auch die andere Seite kennen lernt und die Beweggründe, vor allem von Mella, besser nachvollziehen kann.

Der Teil besteht eigentlich nur aus Flucht und endet in einem kleinen Showdown, der sehr spannend und unerwartet war. Das Ende hat dann erneut einen Cliffhanger, der sehr neugierig auf eine mögliche Fortsetzung macht.

Da die Flucht im Vordergrund steht, gab es leider ein paar kleine Längen in der Handlung. Außerdem fand ich es etwas schade, dass Svea ihre Kräfte nur selten einsetzt und sich dort auch nicht so sehr weiter entwickelt wie andere Aurora-Heldinnen. Eigentlich wären die Handlung auch ohne ihre Illusionsfähigkeit ausgekommen.

Hier gibt es meine Rezensionsübersicht zu den Aurora-Episoden.

Morgana
    Episode 1.1 - Fee der Schatten [meine Rezension]
    Episode 1.2 - Herrin der Träume [meine Rezension]
    Episode 1.3 - Königin der Illusion 

Montag, 27. März 2017

[Rezi] Vita

~Inhalt~
»Mit Vita in ein besseres Morgen!«

Fortschritt ist unaufhaltsam. Und Vita ist der Katalysator des Fortschritts. Durch die mysteriöse Substanz ist es dem Stadtstaat Blackwater gelungen, seine Vormachtstellung in der Welt auszubauen und zu behaupten. Doch der Untergang der Glory, einem Frachter mit der Jahresproduktion Vita an Bord, bedroht die Zukunft der aufstrebenden Stadt. Friedenshüter Alexander McRoy wird bei seinen Ermittlungen in Ereignisse verstrickt, die erschütternder nicht sein könnten …

»Vita ist Fortschritt!« (Quelle: Papierverzierer)

~Meine Meinung~
"Vita" gehört wohl recht eindeutig ins Steampunk-Genre, was anfangs allerdings nicht unbedingt offensichtlich ist. Die Handlung beginnt etwas zäh und ich hatte auf den ersten Seiten etwas Probleme mit dem Schreibstil, der mir zu detailliert, abgehakt und emotionslos vorkam. Das gab sich mit der Zeit allerdings, vor allem die Dialoge lasen sich flüssig und wirkten gut durchdacht. Auch die Beschreibungen von Blackwater rufen schließlich ein sehr lebhaftes Bild der Stadt hervor, die durch rege Industrialisierung kennzeichnet ist.

Der Protagonist, Friedenshüter Alexander McRoy, war mir zuerst nicht allzu sympathisch. Als ehemaliger Soldat hält er sich sehr strikt an Befehle und setzt das Recht mit allen Mitteln durch. Erst im Laufe der Handlung wandelt sich seine Einstellung und er denkt und handelt auch mal selbstständig und nach moralisch vertretbaren Maßstäben.

Im ersten Drittel bleibt auch noch unklar, wohin sich die Geschichte entwickelt. Dass Vita, der neue Energielieferant, der Blackwater zu einer Industriemetropole entwickelt, eine bedeutende Rolle spielt, merkt man allerdings schnell. Doch wie eng Vita mit den Streiks, der Sabotage und den Anarchisten zusammenhängt, offenbart sich nur nach und nach. Für meinen Geschmack hat der erste Höhepunkt und damit die drastische Wendung der Handlung etwas zu lange auf sich warten lassen, war aber eine echte Überraschung. Leider ging es danach etwas vorhersehbar weiter und man wusste schnell, worin das Ende ungefähr bestehen würde. Das hat den Lesespaß allerdings nur geringfügig geschmälert, war das Vita-Geheimnis und die viele Action doch sehr überzeugend und gekonnt mit leichter Gesellschaftskritik und dem Ringen nach Macht und Reichtum gemischt.

Das Ende ist offen, endet mit einem Cliffhanger und lässt Raum für eine mögliche Fortsetzung.

Fazit: Insgesamt konnte mich "Vita" überzeugen. Spannung, Action und ein erschütterndes Geheimnis runden die Geschichte ab. Die Vorhersehbarkeit und der zähe Beginn sind da zu verzeihen.