Dienstag, 26. April 2016

[Rezi] Cassia & Ky - Die Flucht (Hörbuch)

~Inhalt~

Wie durch ein Wunder gelingt Cassia, die zur Arbeit in die landwirtschaftliche Provinz versetzt worden ist, die Flucht in die Äußeren Provinzen – sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe. Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen tödlichen Angriffen ausgesetzt.
Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die gefährlichen Canyons in den Grenzgebieten. Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensbedrohlichen Weg. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky – sondern auch nach sich selbst. (Quelle: Cassia & Ky)

~Aufmachung~

Das Cover ist dem von Band 1 sehr ähnlich und ich finde es ebenfalls etwas langweilig. Viel zu weiß.

Gesprochen wird diesmal mit zwei Sprechern. Josefine Preuß spricht weiter Cassia und Ky wird in diesem Band von Jacob Weigert gesprochen. Während ich Cassias Stimme passend finde, klingt Kys für mich etwas zu männlich. Irgendwie habe ich ihn vom Äußeren her eher jugendlich im Kopf und konnte mich daher mit der leicht rauen Stimme nicht richtig anfreunden. Davon abgesehen machen beide Sprecher ihre Sache gut und man hört gerne zu.

Anzumerken ist noch, dass es sich um eine ungekürzte Lesung handelt.

~Eigene Meinung~

Der zweite Teil der Cassia & Ky-Reihe setzt kurz nach dem Ende des 1.Teils an. Cassia will Ky finden und hat sich daher in ein Arbeitslager bringen lassen. Als dort einige der Arbeiterinnen fortgeschafft werden sollen und Cassias Zeit im Lager ohne Erfolg bei ihrer Suche fast zuende ist, schließt sie sich unbemerkt der Gruppe an. An Bord des Flugschiffes, dass sie in die Äußeren Provinzen bringen soll, freundet sie sich näher mit Indie, einem Mädchen aus dem Arbeitslager an.
Sie gelangen in ein Dorf in den Äußeren Provinzen, das offenbar vor kurzer Zeit angegriffen worden war. Dort erfährt Cassia schnell, dass Ky das Dorf während des Angriffs verlassen und zwei Freunde mitgenommen hat. Sofort ist für Cassia klar, dass sie ihm weiter folgen muss. Zusammen mit Indie macht sie sich auf den Weg in die Canyons, immer auf Kys Spuren.

Soweit der Anfang, der nachvollziehbar und spannend verlief. Zwischendrin wird immer wieder zu Ky gewechselt, der davon erzählt, wie sie in dem Dorf in den äußeren Provinzen zum Schein so tun müssen, als wären sie Bauern. Damit sie von den Feinden getötet werden und keine Angriffe bis an die Grenzen der inneren, tatsächlich bewohnten Provinzen gelangen. Das ist schon hart. Während Cassia im Arbeitslager zwar anstrengende Arbeit leistet, aber immerhin in kontrollierten und gut versorgten Bahnen, muss Ky immer wieder Bombenabwürfe überleben und sieht jedes Mal aufs Neue Menschen sterben, die er dann begraben muss. Cassia kommt mit dieser Grausamkeit kaum in Berührung und glaubt auch nicht wirklich daran, dass es so schlimm steht. Bis sie selbst mit dem Tod konfrontiert wird.
Diesen Konflikt fand ich sehr gut dargestellt und nachvollziehbar. Die Reaktionen der einzelnen Personen auf den Tod waren unterschiedlich, ebenso wie sie damit umgegangen sind.

Inhaltlich beginnt es wie gesagt spannend, aber sobald Cassia und Indie sowie Ky und seine zwei Begleiter in die Canyons gelangen, wird es etwas zu eintönig. Sie reisen durch die recht öde Landschaft, müssen dort überleben, dürfen sich nicht erwischen lassen. Immer auf der Suche nach etwas. Cassias und Indies Ziel ist es ja neben der Suche nach Ky auch, die "Erhebung" zu finden, also die Rebellengruppe, die sich gegen die Gesellschaft auflehnt.
Interessant ist noch, was Cassia und Co in den Canyons nach und nach über die Gesellschaft erfahren. Man hätte das alles aber auch kürzen können, wie ich finde.
Auch zum Ende hin fehlte mir noch so ein richtiges Highlight, da verlief auch alles eher langsam und gemütlich.

Die Charaktere gefielen mir hier insgesamt wirklich gut. Cassia entwickelt sich aus ihrer Naivität heraus und wird mutiger und hinterfragt mehr. Indie bleibt die meiste das grummelige, geheimnisvolle Mädchen, aber je mehr man über sie erfährt, umso sympathischer wurde sie mir. Ky ist stets von seinen Zweifeln geplagt und hängt nicht mehr sonderlich an seinem Leben. Nur für Cassia setzt er seinen Weg fort. Und dann waren da noch Vik (oder Vic), der mir mit seiner rauen Art gleich zusagte, und Elia, der Cassias Bruder ähnelt und deshalb von Ky gerettet wird.
Die Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky ist nach wie vor nicht perfekt umgesetzt. Ich finde es in Ordnung, dass Cassia Ky sucht, aber Xander spielt auch immer wieder eine Rolle. Meiner Meinung nach sollte Cassia sich mal endgültiger entscheiden. Und mich hat es ehrlich gesagt gewundert, dass Vassia und Ky sich nur küssen und es sonst sehr brav bleibt. Dabei hätten sie in den Canyons genug Chancen für sonst was gehabt. :-P Vor allem wenn man bedenkt, was sie an Anstrengungen auf sich genommen haben, um sich wiederzusehen. Aber naja, sind halt keine typischen Teenager...
Insgesamt mochte ich alle Charaktere aber mehr als in Band 1 und fand sie gut durchdacht und ausgearbeitet.

Der Schreibstil ist locker und einfach bzw. man konnte dem erzählten im Hörbuch gut folgen. ;-)

Fazit: Gute Fortsetzung der Reihe, die streckenweise jedoch langatmig und eintönig wurde. Gerade das Ende hätte mehr Pepp gebraucht. Die Charaktere waren mir jedoch sehr sympathisch und machen nachvollziehbare Wandlungen durch. Insgesamt gefiel mir der Band etwas besser als der 1.Teil.

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