Mittwoch, 20. September 2017

[Rezi] Die Legenden der Schattenjäger-Akademie von Cassandra Clare

~Inhalt~
"Ohne Erinnerungen muss Simon erneut herausfinden, wer er eigentlich ist. Hat er das Zeug zum Dämonen bekämpfenden Helden - wie ihm seine früheren Freunde Clary und Jace erzählen? Oder ist er doch der bleiche Comicfan, der nicht einmal die Kraft hat, eine Waffe der Nephilim richtig in der Hand zu führen? Und dann gibt es noch Isabelle, an deren Liebe er sich nicht erinnern kann, obwohl es in seinem Bauch kribbelt, immer wenn er an sie denkt. War er wirklich mit diesem tollen Mädchen zusammen, und wenn ja, wie hat er das nur angestellt?" (Quelle: Arena)

Anmerkung: Ich habe das englische Original gelesen, aber weil der Inhalt ja identisch ist, rezensiere ich mal für die deutsche Ausgabe. ;-)

~Eigene Meinung~
Das Buch spielt nach dem Ende von City of Heavenly Fire und beinhaltet 10 Kurzgeschichten aus Simons Alltag an der Schattenjäger-Akademie. Wer die Hauptreihe also nicht kennt, wird an dem Buch vermutlich eher weniger Freude haben. Schließlich bleibt dann vieles unverständlich.
Für Fans der Hauptreihe ist das Buch aber sicherlich ein Muss. Und auch wenn mich "City of Heavenly Fire" und "Die Chroniken des Magnus Bane" zuletzt eher enttäuscht haben, habe ich dem Buch rund um Simon eine Chance gegeben.
Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die 10 Kurzgeschichten sind abwechslungsreich, haben stets einen neuen Charakter, der mit im Mittelpunkt steht, und werden somit kaum langweilig. So gibt es unter Anderem ein Wiedersehen mit Isabelle, Clary, Jace, Magnus und Alec, aber auch mit weniger präsenten Charakteren. Vor allem die Blackthorns, die in "The Dark Artifices" die Hauptrolle spielen, bekommen mehrere Auftritte. Simon, den ich in der Hauptreihe nicht so gerne mochte, wurde mir hier richtig sympathisch. Auch werden einige kritische Themen wie z.B. Rassismus auf eine nicht aufdringliche Art angesprochen. Und natürlich gibt es einen ausgewogenen Mix aus Humor und ernsten Szenen wie man es aus den anderen Büchern der Reihe gewohnt ist.

Die Rahmenhandlung dreht sich um Simons zwei Jahre an der Schattenjäger Akademie, an der sein Schulalltag beschrieben wird. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblenden zu Geschehnissen aus der Vergangenheit oder "Ausflüge" zu Nebenhandlungen. Einige Aspekte der Schattenjäger-Welt werden dadurch noch näher erläutert bzw. man bekommt neue Einblicke, z.B. aus der Zeit als Valentin seinen Zirkel gerade erst aufbaut oder aus Tessa und Wills Familienleben. Diese Szenen waren gelegentlich etwas zu ausschweifend und führten nicht immer zu dem Ziel, das ich erhofft/erwartet hatte. Da hätte man sich teilweise kürzer fassen können. Interessant war es aber dennoch, rundet es das gesamte Universum doch gut ab.

Simon bleibt sich stets treu und lässt sich von anderen nicht von seiner Meinung abbringen. Seine Unsicherheit über seinen Gedächtnisverlust ist nachvollziehbar und er hadert sehr damit, dass er nicht weiß wie er früher war und ob er jemals wieder derselbe sein wird. Im Laufe der 10 Geschichten macht er jedoch eine nachvollziehbare Wandlung durch und wächst wieder einmal über sich hinaus.

Fazit: Unterhaltsame Kurzgeschichten aus der Schattenjäger-Akademie, die dem Leser und Fan der Reihe Simon näher bringen und mit zusätzlichen Informationen und Überraschungen aus der Schattenjäger-Welt aufwarten können.

Dienstag, 19. September 2017

[Gemeinsam lesen] #40


"Gemeinsam lesen" ist eine Aktion von Schlunzenbücher, die ursprünglich von Asaviels Bücherallerlei begonnen wurde.
Es geht darum, jeden Dienstag vier Fragen zur aktuellen Lektüre zu beantworten, wobei die ersten drei Fragen immer dieselben sind.
Wer mitmachen möchte kommt mit einem Klick auf das Logo zur aktuellen Runde. :)

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


Ich lese aktuell an drei Büchern zeitgleich. Mehr oder weniger jedenfalls, denn irgendwie habe ich eine kleine Leseflaute. :'D 

"Die Dreizehnte Fee - Erwachen" von Julia Adrian. Ich bin auf Seite 71 von 211 (eBook).
Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.
"Horror Stories" von H. P. Lovecraft. Ich bin auf Seite 52 von 519.
H. P. Lovecraft ist der Meister des Horrors, sein Werk ist ein »Schöpfungsmythos« (Michel Houellebecq) phantastischer Literatur, das von Autoren der Zunft nicht nur verehrt, sondern immer wieder weitergeschrieben wurde und wird. Einer der bekanntesten ist Wolfgang Hohlbein, der hier eine persönliche Auswahl von Lovecrafts Erzählungen zusammengestellt hat. Ein Gipfeltreffen der Schauergeschichte.
"One Salt Sea - October Daye #5" von Seanan McGuire. Ich bin auf Seite 58 von 354.
October "Toby" Daye is finally doing all right—and that inevitably means it's time for things to take a turn for the worse. Someone has kidnapped the sons of the Duchess Dianda Lorden, regent of the Undersea Duchy of Saltmist. To prevent a war between land and sea, Toby must not only find the missing boys, but also prove that the Queen of the Mists was not behind their abduction. She'll need all her tricks and the help of her allies if she wants to make it through this in one piece.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Die Dreizehnte Fee": "Der Gang führt steil hinab."

"Horror Stores": "Die Haut war auf morbide Art kalt und trocken, und die Zellstruktur des Gewebes schien außerordentlich grob und brüchig."

"One Salt Sea": "That was a nice change."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

"Die Dreizehnte Fee"
Die Reihe wurde/wird ja ziemlich gehyped, sodass ich schon neugierig war, wie sie mir gefallen würde. Ich war vorher eigentlich schon sicher, dass ich zu der Gruppe gehören würde, die das Buch weniger mögen und ich scheine damit Recht zu behalten. Den Schreibstil mag ich und er passt gut zu einem Märchen, aber ich kann die Charaktere null nachvollziehen. Die Fee verhält sich wie ein junges, naives Mädchen, das mir mit seinem Gejammer echt auf den Keks geht. Und warum erfährt man den Namen des Hexenjägers nicht? Ich werde das Buch schon noch zuende lesen, vielleicht überzeugt es mich im weiteren Verlauf noch, aber bisher kann ich über das Verhalten der Fee echt nur den Kopf schütteln. :/

"Horror Stories"
Ich wollte schon lange etwas von H. P. Lovecraft lesen und die Kurzgeschichtensammlung bot sich da. Allerdings hatte ich wohl einen schlechten Zeitpunkt zum Lesen erwischt, denn obwohl die erste Geschichte an sich gar nicht so schlimm war, habe ich prompt Albträume bekommen. XD Manchmal ist man ja einfach empfindlicher für sowas. Hab wohl zu lange nichts mehr aus dem Genre gelesen. :P

"One Salt Sea"
Der mittlerweile fünfte Band, den ich aus der Reihe lese. Bisher ist noch nicht viel passiert, daher kann ich gar nicht viel dazu sagen. (Außer vielleicht dass Connor irgendwie ein langweiliger Charakter ist und ich nicht ganz verstehe, was Toby an ihm findet...)

4. Was ist dein Lieblingsgenre und warum magst du genau dieses Genre so gerne?

Das ist anhand meiner aktuellen Auswahl wohl schon gut zu erkennen: Fantasy. :) Einfach weil man in fremde Welten, zu unbekannten Wesen reisen kann und einen Haufen Abenteuer erlebt. Realitätsnähe habe ich im Alltag ja schon genug, da muss ich davon nicht unbedingt auch noch lesen. Bei Fantasy kann ich super abschalten, über die Fantasie den Autors staunen und in meinem Kopf die verrücktesten Sachen erleben. Das macht einfach Spaß. :)


LG Alica

Dienstag, 12. September 2017

[Rezi] Die Mitte von Allem von Anna Shinoda

~Inhalt~
"Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen." (Quelle: Amazon)

~Meine Meinung~
"Die Mitte von Allem" ist ein Familiendrama, das aus Sicht von Clare, dem jüngsten der drei Geschwister, geschildert wird. Die Kapitel wechseln sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit ab, wodurch sich die Zusammenhänge nur allmählich erschließen und das Ausmaß der Probleme nicht sofort deutlich wird. Das erzeugt Spannung und hat mich dazu gebracht, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen. Die große Frage, warum Luke immer wieder im Gefängnis landet, obwohl er doch nur "zur falschen Zeit am falschen Ort war" - wie Clares Mutter im wieder betont - treibt den Leser an. Und stellt auch Clare immer wieder vor Rätsel.

Clare hat Luke stets als fürsorglichen, liebevollen großen Bruder in Erinnerung, der sie vor allem beschützen wollte. Das wird in den Rückblenden schnell deutlich und es fällt nicht schwer, Luke zu mögen, obwohl er schon seit seiner Jugend immer wieder im Gefängnis war. Trotzdem wird er von den Eltern immer mit offenen Armen empfangen und ist weiterhin das Lieblingskind, während Clare es ihrer Mutter niemals recht machen kann und in allem kontrolliert und eingeschränkt wird, egal wie gut ihre Noten sind oder wie geduldig sie die Vielzahl an Aufgaben erledigt, die ihre Mutter ihr aufzwingt. Clare ist eine starke Protagonistin, die nie in Selbstmitleid versinkt und versucht, nach Vorne zu blicken, obwohl die Vergangenheit als Skelett stets an ihrer Seite steht. Das macht sie sehr sympathisch und ich konnte mit ihr mitfühlen. Peter als mittleres Kind geht dabei regelrecht unter - und wehrt sich mit rebellischem Verhalten dagegen, was Clare ein ums andere Mal verletzt. Peter war mir bis kurz vor dem Ende am unsympathischsten, dann erfährt man endlich, warum er sich so ungerecht verhält - und das erklärt einiges. Die Motive von Clares Eltern bleiben allerdings größtenteils im Dunkeln. Warum die Mutter so übertrieben versucht, den Schein der perfekten Familie zu wahren, wird am Ende angedeutet, aber was den Vater angetrieben hat, all das bereitwillig mitzumachen, blieb mit ein Rätsel.

Die Handlung überzeugt durch die geschickte Verwebung der Vergangenheit und der Gegenwart. Von der glücklichen Familie, die Clare in Erinnerung hat, und dem, was Luke getan haben muss und wie er sich immer wieder merkwürdig verhält und für Clare immer unverständlicher handelt. Man möchte als Leser genauso sehr wissen, was Luke wirklich ins Gefängnis gebracht hat und wie sich das mit dem gutherzigen Bruder vereinbaren lässt, den er für Clare war und ist. Doch auf die Erklärung muss man bis zum Ende des Buches warten - dafür kann sie umso mehr schockieren. Manch einem mag der langsame Verlauf der Handlung, der eher ruhig bleibt und viel aus Clares Alltag mit ihrer Familie und ihren Freunden beschreibt, zu zäh erscheinen, doch ich fand ihn genau richtig. Nur selten hatte ich das Gefühl, die Handlung würde auf der Stelle treten.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Das Familienskelett Skel, das in schwierigen Situationen immer wieder vor Clares Augen auftaucht, stellt einen erschreckend humorvollen Kontrast zu der schwierigen Thematik dar, die Anna Shinoda gekonnt aufgebaut hat.


Sonntag, 10. September 2017

[Rezi] Mara und der Feuerbringer

~Inhalt~
Die 14-jährige Mara Lorbeer wäre am liebsten ein ganz normales Mädchen. Ohne diese nervigen Tagträume, über die sich ihre Schulkameraden immer wieder lustig machen! Doch da passiert etwas Unglaubliches: Mara erfährt, dass ausgerechnet sie die letzte Spákona ist, eine Seherin. Nur mit Hilfe ihrer besonderen Gabe kann sie verhindern, dass sich der Halbgott und Dämon Loki von seinen Fesseln befreit und zu einer Gefahr wird. Maras Welt gerät aus den Fugen: Wird sie es schaffen, sich dieser großen Aufgabe zu stellen? (Quelle: Mara und der Feuerbringer - Offizielle Website)

~Meine Meinung~
"Mara und der Feuerbringer" bindet Inhalte der germanischen Mythologie auf eine überaus unterhaltsame und witzige Art ein. Überhaupt musste ich beim Lesen öfters Schmunzeln. Mara ist ein humorvolles, ironisches junges Mädchen, das mit seiner esoterischen Mutter und einer überaus regen Fantasie leben muss. Da sie ständig in ihre Tagträume abdriftet, machen sich in der Schule viele über sie lustig und sie hat kaum/keine Freunde. Obwohl Protagonistinnen mit Außenseiterrolle nichts besonders einfallsreiches sind, war mir Mara mit ihrer Art doch schnell sympathisch. 

Innerhalb weniger Kapitel findet sie sich in einem Abenteuer wieder, das sie recht schnell akzeptiert. Sie - und der Leser - bekommen zu Beginn durch einen sprechenden Zweig vieles direkt erklärt, sodass die Geschichte sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufhalten muss. Dadurch merkt man, dass das Buch eher für jüngere Leser geschrieben ist. Mir hätte ein etwas längerer, weniger direkter Einstieg besser gefallen. Danach entwickelt sich die Handlung aber positiv weiter. Mara erfährt, dass sie eine Spákona, eine Seherin ist - und muss schnell feststellen, was das bedeutet: Ihre Tagträume werden noch realer als bisher! Langweile kommt eigentlich nie auf, ein Ereignis jagt das nächste und ich wurde von der Handlung positiv überrascht.

Bei ihrer Suche nach Antworten und einer Lösung für die vom Zweig genannten Probleme, wendet Mara sich an Professor Weissinger, der germanische Mythologie an der Münchener Universität unterrichtet. Er und Mara ergeben ein klasse Team, das sich gut ergänzt und sich an Starrköpfigkeit gegenseitig übertrifft. Die Charaktere sind insgesamt alle authentisch und vor allem Mara gibt eine nachvollziehbare Teenagerin ab, deren jugendliche Sprache in gelungenem Kontrast zur gehobeneren Sprache von Prof. Weissinger steht. Auch die vorkommenden germanischen Helden geben eine gute Figur ab und haben ihre eigene Sprechweise, die durch ihre Altertümlichkeit manchmal etwas ulkig anmutet.

Fazit: Germanische Mythologie mal anders. Zwar merkt man, dass das Buch für jüngere Leser gedacht ist, dennoch konnte es mich mit den Elementen verschiedener germanischer Sagen und der humorvollen Erzählweise sehr gut unterhalten.

Die Mara-Trilogie:
    Band 1 - Mara und der Feuerbringer
    Band 2 - Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal
    Band 3 - Mara und der Feuerbringer - Götterdämmerung

Samstag, 9. September 2017

[Rezi] Die blendende Klinge

~Inhalt~
"Gavin Guile stirbt. Der hoch geehrte Lord Prisma glaubte, er hätte noch fünf Jahre zu leben – doch jetzt bleibt ihm nicht mal mehr eines. Viel zu wenig Zeit, um auch nur seine drängendsten Probleme zu lösen: Denn die alten Götter werden wiedergeboren und setzen sich an die Spitze einer unbesiegbaren Armee, die Tausende von verängstigten Flüchtlingen vor sich hertreibt. Gavins einzige Chance, dem tödlichen Chaos Einhalt zu gebieten, könnte ausgerechnet sein Bruder sein – dessen Leben er vor sechzehn Jahren raubte…(Quelle: blanvalet)

~Meine Meinung~
Auch wenn der erste Band bei mir schon eine Weile zurücklag (so ca. 3 Jahre), kam ich schnell wieder in die Geschichte hinein. Die Handlung setzt kurz nach dem Ende von Band 1 an und führt die Ereignisse ohne größeren Zeitsprung weiter.

Grundhandlung ist der Konflikt mit dem Farbprinzen, der die Chromeria und ihre Regeln und Gesetze zerschlagen möchte. Jeder, unabhängig von Herkunft oder Status, soll Wandler werden dürfen, ohne sich der Chromeria unterwerfen zu müssen. Eine neue Weltordnung soll her und damit kommt die sich anbahnende Wiederauferstehung der Alten Götter gerade recht. Der Konflikt, der sich hier auftut, ist vor allem religiöser Natur und damit aktuell wie eh und je.

Der Handlungsschwerpunkt liegt in diesem Band jedoch auf Kips Entwicklung in der Chromeria, wo er zu einem Schwarzgardisten ausgebildet werden soll. Es wird sehr viel aus seinem Schulalltag und all den Steinen, die man ihm in den Weg legt, berichtet. Manch einem könnte das etwas langatmig erscheinen, ich fand es aber unterhaltsam und Kip wurde mir immer sympathischer. Aus dem unsicheren Pummelchen wird während der Handlung ein immer selbstbewussterer junger Mann, der seine Fähigkeiten mehr und mehr einzuschätzen und einzusetzen weiß. Das auf ihn noch große Aufgaben zukommen werden, ist offensichtlich und ich freue mich darauf, seinen Werdegang in den nächsten Bänden weiter zu verfolgen. Besonders die Konfrontationen mit Andross Guile, dem Vater von Gavin Guile, der als Roter einer der mächtigsten Personen in der Chromeria darstellt und Kip gerne loswerden würde, waren spannend. Kip lernt dabei in einem nachvollziehbaren Tempo dazu und vieles gelingt ihm nicht auf Anhieb. Auch die größere Bedeutung des Kartenspiels, mit dem Andross Guile ersucht, Kip fertigzumachen, indem um besondere Einsätze gespielt wird, gefiel mir, sowie die geheimen Karten und die Geschichte dahinter.

Neben den meistens - jedoch nicht immer! - eher gemütlichen Kapiteln rund um Kips Schulalltag verfolgt man auch wieder andere Charaktere. Allen voran natürlich Gaviv Guile, der in diesem Band eine erschreckende Erfahrung machen muss, die seine Position als Prisma stark gefährdet. Da ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, seine Ziele zu erfüllen, muss er schnell handeln und hält sich kaum noch mit Nebensächlichkeiten auf. Das sorgt für einen ereignisreichen Fortlauf der Handlung mit einigen Überraschungen, die mich kaum zu Atem kommen ließen. Einige Szenen sind so grandios episch beschrieben, dass ich einfach immer weiter lesen musste. Besonders das Ende des Bandes ist hier zu erwähnen. Selten war ich nach Beenden eines Buches so überwältigt von den Geschehnissen der letzten Seiten. Brent Weeks versteht es, den Leser genauso wie seine Charaktere leiden zu lassen und Wendungen einzubauen, mit denen man niemals gerechnet hätte.

Die Geschichte und die Welt, in der sie spielt, ist komplex, das Magiesystem etwas erfrischend neues. Ebenso vielschichtig sind die Charaktere, die sich stetig weiterentwickeln, ihre guten und schlechten Seiten haben und damit kaum in Schubladen passen. Immer wieder wird der Leser durch unerwartete Wendungen überrascht. Wer sich auch auf die etwas langatmigeren Abschnitte einlässt, wird mit einer epischen Fantasygeschichte belohnt.

Die Licht-Reihe:
    Band 1 - Schwarzes Prisma
    Band 2 - Die blendende Klinge
    Band 3 - Sphären der Macht
    Band 4 - Schattenblender
    Band 5 - Düsterer Ruhm
    Band 6 - Lichtbringer (voraussichtlich Oktober 2018)




Samstag, 2. September 2017

[Monatsrückblick] August 2017

Der Monat August war lesetechnisch recht erfolgreich. Und ich hatte endlich (das erste Mal seit Januar) Urlaub (auch wenn der wenig erholsam war...).


Monatsbilanz
5 Prints
1 Hörbuch

Seiten: 2600


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Die blendende Klinge von Brent Weeks
Begonnen habe ich das Buch bereits Mitte Juli, aber wegen seinen 950 Seiten habe ich etwas länger dafür gebraucht. Es hat sich jedoch gelohnt, die Reihe endlich weiter zu lesen. Dieser zweite Band hat mich komplett überzeugt und wenn ich erstmal am Lesen war, war es echt schwer wieder aufzuhören. Auch deshalb ging es so langsam voran, unter der Woche kam ich einfach nicht wirklich dazu, mir Zeit für die Geschichte zu nehmen. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Bände! Wer epische, durchdachte High-Fantasy mag ist hier goldrichtig!
[5 Flämmchen - Rezension]









Mara und der Feuerbringer von Tommy Krappweis
Ich lese unheimlich gerne Romane, in denen germanische Mythologie untergebracht ist. Daher stand die "Mara"-Trilogie schon eine ganze Weile auf meiner WuLi. Der erste Band war witzig und kurzweilig, Mara als Protagonistin wirklich sympathisch. Zwar richtet sich das Buch eher an jüngere Leser, ich fühlte mich trotzdem gut unterhalten.
[4 Flämmchen - Rezension]





Die Tote ohne Namen von Patricia Cornwell (Hörbuch)
Wer meinem Blog schon länger folgt, weiß, dass ich eher selten Krimis lese. Von den Fällen von Kay Scarpetta lese ich alle paar Jahre mal wieder einen Band, diesmal hatte ich einen als Hörbuch. Inhaltlich war es spannend, unvorhersehbar und bot wiedermal einen verstörenden Einblick in menschliche Abgründe. Die Hörbuchsprecherin war allerdings... naja. Bei einem spannenden Krimi mit monotoner Stimme vorzulesen, lässt einiges flöten gehen... (Daher für das Hörbuch leider Punktabzug.)
[3 Flämmchen - ohne Rezension]






Die Mitte von Allem von Anna Shinoda
Ein bedrückendes Familiendrama, das eher ruhig erzählt wird. Nur langsam haben sich die Hintergründe zusammengefügt. Die Geschichte lebt von Clares Alltag und ihrer inneren Zerrissenheit, den Unsicherheiten, den Geheimnissen. Mich hat die Geschichte mitgenommen und am Ende erschüttert. Leider wird aber nicht klar, warum ihre Mutter so handelt, wie sie handelt. Das hätte mir zum perfekten Buch noch gefehlt.
[4,5 Flämmchen - Rezension]







Tales from the Shadowhunter Academy von Cassandra Clare
Früher zählte Cassandra Clare zu meinen Lieblingsautoren, doch nach "City of Heavenly Fire" und "Die Chroniken des Magnus Bane" war ich etwas enttäuscht und habe die Schattenjäger eine Weile nicht weiter verfolgt. Nun habe ich mich doch an die Abenteuer von Simon nach dem Ende von "City of Heavenly Fire" gewagt und war doch positiv überrascht. Die Kurzgeschichten waren überwiegend unterhaltsam, manchmal auch traurig. Simon wurde mir tatsächlich doch noch sympathisch. Nun freue ich mich doch wieder, weitere Bücher aus der Welt zu lesen. 
[4 Flämmchen - Rezension folgt]








Wächter des Lichts, Hüter der Meere von Oliver Schlick
Das Buch habe ich bei einem Gewinnspiel bei Goldkindchen gewonnen. :) Vom Setting her hat es mich sofort angesprochen - Meer, Leuchttürme - das ist doch wie Zuhause! Tatsächlich fühlte ich mich in der Geschichte gut aufgehoben und hatte manchmal etwas Heimweh. Allerdings konnte mich die Story trotz der liebenswerten Charaktere nicht vollends überzeugen. Mir fehlten ab und zu ausführlichere Erklärungen. Dennoch sehr zu empfehlen.
[4 Flämmchen - Rezension folgt]

Mittwoch, 23. August 2017

[Rezi] Das Mädchen

~Inhalt~
"Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will. Diesmal trifft es die neunjährige Trisha. In einem Moment der Unachtsamkeit verirrt sie sich hoffnungslos im dichten Wald. Sie erlebt eine Odyssee voller Schrecken, von der ersten flatternden Unruhe im Bauch über die Stürze in der Wildnis bis hin zum Abstieg in eine Welt voller Halluzinationen. Dazu die nervenzersägenden Moskitos..." (Quelle: Lübbe Audio)

~Meine Meinung~
Ich bin ein großer Fan von Stephen King und habe schon so einiges vom ihm gelesen. Natürlich kann bei der Masse an Büchern, die er bisher veröffentlicht hat, nichts alles gleich gut gefallen. Zu "Das Mädchen" gibt es sehr unterschiedliche Meinungen und so war ich gespannt, wie es mir gefallen würde.

"Das Mädchen" habe ich als Hörbuch gehört. Aus einem mir unverständlichen Grund haben sich die Sprecher abgewechselt, was inhaltlich keinen Sinn ergeben hat und auch keiner Logik folgte. Oder ich habe die Logik nicht erkannt? Ich fand auf jeden Fall die Stimme von Franziska Pigulla passender als die von Joachim Kerzel, da sie besser zu Trisha als Protagonistin passte.

Die Geschichte beginnt wie für Stephen King gewohnt eher ruhig und entwickelt sich langsam. Trishas Familie mit Mutter und Bruder wird vorgestellt und sie gehen gemeinsam wie jedes Wochenende auf einen eigentlich harmlosen Wandertrip. Es wird schnell deutlich, dass es Trishas Mutter unglaublich wichtig ist, "sinnvolle" Ausflüge mit ihren Kindern zu unternehmen, um Zeit zusammen zu verbringen. Doch Trisha und ihr Bruder sehen das anders. Wer will als Teenager schon am Wochenende Wandern oder ins Museum? Entsprechend oft gibt es Streit über die Aktivitäten.
So auch diesmal. Während Trishas Mutter und Bruder sich auf der Wanderung streiten und Trisha komplett ausblenden, verläuft diese sich nach einem kleinen Toilettengang im Wald.

Der Spannungsaufbau gelingt hier wie von Stephen King bekannt sehr gut. Anfangs ist man genau wie Trisha hoffnungsvoll, den Weg zurück zum Wanderweg zu finden. Doch je länger sie unterwegs ist, umso deutlicher wird, dass der Wald riesig ist und nur ein kleiner Teil tatsächlich durch Wege erschlossen. Das Gefühl, verloren zu sein, wird immer unerträglicher und die unbekannten Geräusche im Wald werden bedrohlicher. Wer schon einmal alleine in einem abgelegenen Wald unterwegs war, kennt das sicherlich: Das Gefühl, dass hinter jedem Geräusch, jedem Rascheln oder knackenden Zweig, ein Wildschwein oder verrückter Axtmörder lauert. Oder geht das nur mir so? (Allerdings hat sich mir in einem verwilderten Waldstück auch schon mal ein Wildschwein genähert...)
In der ersten Hälfte weiß das Buch durch die unbekannte Umgebung und das Gefühl, völlig alleine zu sein, zu fesseln. Und natürlich ist Trisha auch nicht ganz alleine im Wald... Wie für Stephen King typisch lauert dort etwas.

In der zweiten Hälfte ging mir die Spannung aber allmählich verloren. Es passierte nicht viel neues. Trisha kämpfte sich erstaunlich gut durch für ein junges Mädchen, fand in letzter Minute immer etwas zu Essen und Wasser. Die Gefahren verblassten etwas, da man als Leser schnell ahnt, worauf alles hinausläuft. Das Ende war dann auch wenig spektakulär und recht schnell vorbei. Ich hätte mir einen etwas epischeren Showdown gewünscht und zwischendrin etwas mehr unerwartete Action.

Trisha als Protagonistin ist wie gesagt recht erwachsen für ihr Alter. Sie reißt sich erstaunlich gut zusammen, setzt ihren Weg immer weiter fort und verzweifelt kaum. In schwierigen Momenten denkt sie sich stets ihr Idol, einen Football-Spieler, herbei und schöpft Kraft aus seiner Fähigkeit, Spiele immer wieder für seine Mannschaft zu gewinnen.
Von anderen Charakteren wird kaum etwas berichtet. Nur ab und zu wird kurz erwähnt, wie die Suche nach Trisha läuft. Hier fand ich es etwas merkwürdig, dass niemand damit gerechnet hat, wie weit Trisha laufen kann oder warum Suchhunde ihre Spur nicht aufnehmen konnten.

Fazit: Eines der Bücher von Stephen King, die mich weniger überzeugen konnten. Während "Das Mädchen" echt gut beginnt und das unheimliche Gefühl, alleine im Wald zu sein, perfekt wiederspiegelt, wird es ab der Hälfte immer vorhersehbarer und verliert an Spannung.